Tag Archiv für Unternehmensnachfolge

Zwei Millionen Angestellte von Betriebsübergaben betroffen

In den Jahren 2014 bis 2018 stehen in Deutschland etwa 135.000 Betriebe zur Übergabe an einen Nachfolger bereit. Das sind 25.000 mehr als in den vergangenen 4 Jahren. Zu dieser Schätzung kommt das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) in Bonn. Einen Engpass an Nachfolgern erwartet das Institut allerdings nicht.

Wie auch für den Zeitraum 2010 bis 2014 hat das IfM auch für die nächsten vier Jahre eine Schätzung veröffentlicht, bei wie vielen Familienbetrieben eine Übergabe anstehen wird. Die Zahl der Betriebe ist auf 135.000 gestiegen. Insgesamt gibt es in Deutschland mehr als 3 Millionen Unternehmen. Ein besonderes Interesse gilt dabei unter anderem der Anzahl der Angestellten, die von der Gesamtheit der Betriebsübergaben berührt werden. Auf etwa 2 Millionen wird die Zahl der betroffenen Beschäftigten geschätzt. Das Problem der Nachfolgeregelung ist demnach volkswirtschaftlich höchst relevant. Weiterlesen

Die 6 wichtigsten Schritte zur erfolgreichen Unternehmensübergabe

Das eigene Unternehmen abzugeben, fällt den meisten Seniorunternehmern nicht leicht. Deshalb schieben sie das Thema Nachfolge meist zu lange vor sich her. Wenn es dann schnell gehen muss, bringt das oft Enttäuschung mit sich – es findet sich nicht der richtige Nachfolger, der erzielte Verkaufspreis ist zu gering oder der Betrieb muss im schlimmsten Fall geschlossen werden. Dabei sind nur wenige, aber sehr wichtige Punkte zu beachten, damit die Übergabe erfolgreich gelingt:

1.) Fangen Sie rechtzeitig an, über die Nachfolge nachzudenken!

Eine Unternehmensübergabe braucht Zeit. Sei es, um den richtigen Nachfolger zu finden, diesen einzuarbeiten, über den Kaufpreis zu verhandeln oder alle Verträge prüfen zu lassen. Mindestens drei Jahre, idealerweise fünf Jahre bevor Sie planen, sich zur Ruhe zu setzen, sollten Sie anfangen, sich mit dem Thema Nachfolge auseinanderzusetzen. Wichtiger aber noch: Wann auch immer Sie mit der Planung der Nachfolge beginnen: Setzen Sie sich ein ausreichendes Zeitlimit, einen Unternehmensnachfolger finden ist nicht einfach. Weiterlesen

Der Notfallkoffer muss parat stehen

Bis zum Ruhestand ist es noch lang hin. Ich bin fit und gesund. Über die Nachfolge für mein Unternehmen kann ich mir später Gedanken machen. So oder ähnlich lauten wahrscheinlich die Gedanken vieler Firmeninhaber. Aber im Laufe eines Unternehmerlebens kann viel passieren. Unfall, Krankheit oder gar Tod des Geschäftsführers bringen das Unternehmen in große Schwierigkeiten, wenn nicht genau geklärt ist, was in diesem Fall zu tun ist. Familie und Angestellte sind oftmals überrascht von solchen Ereignissen und logischerweise überfordert, was die laufenden Geschäfte angeht.

Und trotzdem: viele Chefs haben keinen Notfallkoffer gepackt. Von etwa 75 Prozent aller Betriebe spricht Dr. Dirk Haid von der Handwerkskammer für Oberfranken. Einer der wichtigsten Gründe für das Fehlen eines solchen Notfallplans: der Inhaber weiß nicht, wo er anfangen soll. Wer muss einbezogen werden? Wer springt ein, wenn es nötig wird? Möglicherweise sehen viele auch die schwerwiegenden Folgen nicht, die es haben kann, wenn eine Schlüsselperson im Betrieb unerwartet wegbricht, und sei es auch nur für wenige Wochen. Weiterlesen

Gelungene Unternehmensnachfolge: die Erfolgsstory einer Berliner Druckerei

Im Interview mit der Fredelia AG erzählt Ines Schöne welche Vorteile ein Unternehmenskauf gegenüber Neugründung hat, welche unpopulären Entscheidungen man als Unternehmerin manchmal treffen muss und warum Sie niemals auf die Unterstützung professioneller Berater verzichten würde.

Frau SchöneFoto_Schöne_klein, Sie haben im Angestelltenverhältnis erfolgreich Karriere gemacht und waren Vertriebsleiterin in verschiedenen Unternehmen. War für Sie trotzdem die ganze Zeit klar, dass Sie irgendwann ihre eigene Chefin sein möchten?

Ines Schöne: Eigentlich hat sich das so entwickelt. Alle Tätigkeiten die ich ausgeübt habe, waren dadurch geprägt, dass ich ziemlich selbständig arbeiten durfte und konnte. Was diesen Unternehmen auch zugute kam. Ich konnte dort alle meine Stärken mit einbringen. Als ich dann arbeitslos wurde aus der letzten Tätigkeit heraus, weil die Herren sich dort verkalkuliert hatten, war für mich total klar, dass jetzt nur noch eine Selbständigkeit geht. Weil ich auch immer sehr engagiert gearbeitet habe und das wollte ich nicht mehr für andere Leute tun. Also wenn ich schon viel Verantwortung übernehme, dann wollte ich sie jetzt auch allein tragen.

Also Sie sind in die Selbständigkeit gegangen, weil Sie gekündigt wurden. Ansonsten wären Sie dort geblieben? Weiterlesen

Nachfolge ist weiblich

Jedes Jahr suchen rund 22.000 Unternehmen in Deutschland eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger. Eine gescheiterte Übernahme bringt viele Nachteile mit sich. Dennoch wird nur jedes zehnte Familienunternehmen an eine Tochter übergeben.

Genau wie Frauen als Angestellte in Führungspositionen noch selten zu finden sind, stellen sie auch bei Nachfolgelösungen von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) die Minderheit dar. Aber man kann sich über einen Aufwärtstrend freuen. Von einem Anstieg auf über 20 Prozent berichtet die bundesweite gründerinnenagentur (bga)*. Es gibt aber noch sehr viel mehr Unternehmen, die eine neue Chefin brauchen, denn viele erfolgreiche Familienunternehmen müssen schließen, weil sie keinen geeigneten Nachfolger bzw. keine geeignete Nachfolgerin finden. Weiterlesen

Kommt Selbständigkeit aus der Mode?

Im vergangenen Jahr ist die Anzahl an Existenzgründungen in Deutschland weiter rückläufig gewesen. Nur 775.000 Unternehmen wurden neu angemeldet, davon 315.000 Vollerwerbsgründer. Laut dem Gründungsmonitor 2013 der KfW Bankengruppe ist das die niedrigste Zahl seit dem Jahr 2000. Diese Entwicklung ist besorgniserregend, da ein reges Gründungsgeschehen aus volkswirtschaftlicher Sicht wichtig ist, um die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft zu unterstützen. Auch der direkte Bruttobeschäftigungseffekt – so wird die Gesamtzahl der Arbeitsplätze bezeichnet, die durch Neugründungen für den Gründer selbst und seine Angestellten entstehen – sinkt mit dem Rückgang von Unternehmensgründungen, was sich negativ auf den Arbeitsmarkt auswirkt.

Die Deutschen möchten lieber in einem Angestelltenverhältnis arbeiten, kann man die Ergebnisse der Studie zusammenfassen. Als einer der Hauptgründe gegen die Selbständigkeit wird die Bürokratiehürde genannt. Trotz Fortschritt im Bürokratieabbau werden die damit verbundenen Probleme, Kosten und Verzögerungen intensiver und kritischer wahrgenommen. Finanzielle und zeitliche Belastung der Familie werden ebenfalls stark mit einem eigenen Unternehmen verbunden. Weiterlesen

Gründerinnen wollen am liebsten Töchter als Nachfolgerinnen haben

Familieninterne Nachfolge wird auch von Frauen am liebsten angestrebt, jedoch bevor der Betrieb eingeht, können sie sich besser als Männer für einen externen Kandidaten entscheiden.

Der Frauenanteil bei Unternehmensnachfolgen ist mit 13 bis 23 Prozent immer noch verschwindend gering. Das heißt die Chancen, die durch eine Unternehmensnachfolge entstehen, werden von der Damenwelt noch landläufig übersehen. Falls es doch mal zu einem Generationswechsel, mit dem Ergebnis nun eine Inhaberin an der Spitze zu wissen, kommt, ist dies meist nicht geplant gewesen, sondern durch glückliche bzw. unglückliche Fügung entstanden. Daher denken diese Frauen zumeist auch schon früh über ihre eigene Nachfolge nach, damit sich die negative Geschichte nicht wiederholen muss. Um genaue Erkenntnisse über das Vorgehen von Unternehmerinnen zu erfahren, analysierte das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) dazu die Meinungen von 300 Geschäftsführerinnen und Inhaberinnen, die Mitglied im Verband deutscher Unternehmerinnen (VdU) sind. Darunter befinden sich auch Gründerinnen von Firmen, die ein Drittel der Gesamtquote in der Wirtschaft ausmachen.

Das Resultat war, dass der Prototyp einer Unternehmerin etwa 38 Jahre alt ist, wenn sie die Leitungsfunktion einer Firma übernimmt – ganz gleich, ob sie eine Firma erst gründet oder die Nachfolge antritt. Doch die Branchenwahl ist hierbei sehr verschieden. Frauen, die eine Firma übernehmen, führen eher produzierende Gewerbe, wohingegen Gründerinnen unternehmensnahen Dienstleistungen sowie das Finanz- und Versicherungsgewerbe präferieren.

Frauen lassen sich helfen

Im Alter von 62 Jahren denke die meisten Frauen im Gegensatz zu Männern verantwortungsbewusst ans Aufhören und organisieren die Nachfolge, welche nach einer vierjährigen Planungs- und Übergangsphase auch stattfindet. Weiterlesen

Ein expemplarisches MBO in der Verlagsbranche

Kaufen statt Gründen: Der Umbruch in der Medienlandschaft eröffnet neue Karrierechancen für unternehmerische Führungskräfte.

Die aktuelle Lage der Zeitschriftenverlage sieht derzeit alles andere als rosig aus. Die Financial Times Deutschland, die Frankfurter Rundschau und das Unternehmermagazin Impulse sind leider schon im Aus oder standen kurz davor. Und das wäre nur eine Auswahl von Beispielen des Blättersterbens aus der letzten Zeit. Einige konnten niemals die Einnahmen erzielen, die zur Sicherung des Qualitätsniveaus nötig waren, andere konnten nicht Schritt mit der Wandel der Zeit halten.

Häufig ist es derart, dass größere Verlagskonzerne einfach nicht mehr in der Lage sind, Nischenpublikationen wirtschaftlich zu führen und müssen sie deswegen aufgeben. Obwohl unter anderen Voraussetzungen das Produkt durchaus überlebensfähig wäre. In diesen Fällen sollten Sie sich Fragen stellen, wenn Sie in der Verlagsbranche tätig sind: Glauben Sie an Ihre Arbeit? Glauben Sie an Ihr Magazin und wollen sie nicht, dass dieses auch ausstirbt? – Dann übernehmen Sie es doch einfach! Denn Unternehmensnachfolgen sind eine clevere Alternative zur klassischen Existenzgründung.

Insbesondere leitende Angestellte scheuen eine Existenzgründung aus dem Nichts heraus, da sie es gewohnt sind, strukturierte Positionen auszufüllen. Doch falls nicht ein philanthropischer Erbe aus Liebhaber-Gründen einspringt, werden weitere qualitativ hochwertige Zeitschriften ohne zwingende Notwendigkeit ihre Publikation einstellen müssen.

Notwendige Voraussetzungen Weiterlesen