Tag Archiv für Konjunktur

Ein expemplarisches MBO in der Verlagsbranche

Kaufen statt Gründen: Der Umbruch in der Medienlandschaft eröffnet neue Karrierechancen für unternehmerische Führungskräfte.

Die aktuelle Lage der Zeitschriftenverlage sieht derzeit alles andere als rosig aus. Die Financial Times Deutschland, die Frankfurter Rundschau und das Unternehmermagazin Impulse sind leider schon im Aus oder standen kurz davor. Und das wäre nur eine Auswahl von Beispielen des Blättersterbens aus der letzten Zeit. Einige konnten niemals die Einnahmen erzielen, die zur Sicherung des Qualitätsniveaus nötig waren, andere konnten nicht Schritt mit der Wandel der Zeit halten.

Häufig ist es derart, dass größere Verlagskonzerne einfach nicht mehr in der Lage sind, Nischenpublikationen wirtschaftlich zu führen und müssen sie deswegen aufgeben. Obwohl unter anderen Voraussetzungen das Produkt durchaus überlebensfähig wäre. In diesen Fällen sollten Sie sich Fragen stellen, wenn Sie in der Verlagsbranche tätig sind: Glauben Sie an Ihre Arbeit? Glauben Sie an Ihr Magazin und wollen sie nicht, dass dieses auch ausstirbt? – Dann übernehmen Sie es doch einfach! Denn Unternehmensnachfolgen sind eine clevere Alternative zur klassischen Existenzgründung.

Insbesondere leitende Angestellte scheuen eine Existenzgründung aus dem Nichts heraus, da sie es gewohnt sind, strukturierte Positionen auszufüllen. Doch falls nicht ein philanthropischer Erbe aus Liebhaber-Gründen einspringt, werden weitere qualitativ hochwertige Zeitschriften ohne zwingende Notwendigkeit ihre Publikation einstellen müssen.

Notwendige Voraussetzungen Weiterlesen

Unternehmen trauen sich nicht

Die Risikoscheu der Unternehmer und der Banken bei der Kreditvergabe verhindern das Ansteigen des M&A Index in Deutschland. Was wird passieren müssen, damit unsere Firmen sich dem in den USA vorgelebten Mut anschließen und wieder in Fusionen und Übernahmen investieren?

Bei Fusionen und Übernahmen (M&A) surft Deutschland weiterhin nicht auf der Welle des Erfolges. Obgleich Deutschlands Wirtschaft bisher nicht stark von der Krise beeinträchtigt wurde, gibt es laut Berechnungen des Zentrums der Europäischen Wirtschaftsforschung (ZEW) keinen Aufschwung, was den M&A-Bereich angeht. Noch zur Jahrtausendwende war der Ausgangswert des ZEW-Zephyr M&A Index bei 100 Punkten, Anfang 2011 bewegt er sich nur noch bei 60.

Und so schnell soll sich das auch nicht ändern, meinen die Experten und prognostizieren bis 2013 keine Anstieg des Index. Trotz einiger funktionierender Deals, die in den ersten sechs Monaten von 2012 abgeschlossen wurden, konnte der M&A-Markt keinen merklichen Aufwind bekommen. Zum Beispiel blieb der Index völlig unbeindruckt vom Verkauf des Immobiliengeschäfts der Deutschen Kreditbank an die TAG Immobilien, obwohl 160 Millionen Euro den Eigentümer wechselten.

Nur der Mut fehlt

Der gut stehende Dax begünstigt vermehrt Börsengänge, wie in jüngster Vergangenheit von Telefonica oder Talanx gezeigt. Doch für eine Übernahme und Fusion spielen zusätzliche Faktoren eine bedeutende Rolle. „Die konjunkturelle Entwicklung und Erwartung ist entscheidend. Die Unsicherheit schreckt Investoren ab“, sagt Vigen Nikogosian, Projektleiter beim ZEW. Der eingeschränkte Wille von Banken Kredite zu vergeben, ist sicherlich auch eine Variable um die fehlenden Übernahmen und Fusionen zu erklären. Denn damit wird trotz günstiger Zinssätze verhindert, dass flüssiges Kapital zum Erwerb von Firmen vorhanden ist.

Das Land des wiedergefundenen Vertrauens

Ganz im Gegensatz zu unserem Land ist die USA klar auf dem Vormarsch, was Fusionen und Übernahmen angeht: „Die Investoren haben dort wieder Vertrauen gewonnen. Allerdings haben sich zuvor die Transaktionen zwischen 2006 und 2009 auch halbiert“, sagt Nikogosian.

Immerhin gebe es einen Hoffnungsschimmer. Nicht zuletzt muss durch einen Wandel in der Bankenbranche Bewegung in den M&A-Markt kommen. „Wir warten eigentlich auf eine M&A-Welle. Die könnte durch externe Schocks hervorgerufen werden“, sagt Nikogosian. Dazu könnte die Forderung führen, die Banken organisatorisch in Kreditbanken und Investmentbanken zu trennen. Die Unternehmen müssten dann den bürokratischen Aufwand dazu gebrauchen, Geschäftszweige abzustoßen, die in näherer Zukunft unprofitabel erscheinen, schätzt der Experte.

Das könnte dann auch im gesamten Euro-Raum eine gewisse Genesung der M&A-Tätigkeit hervorrufen. Denn von wenigen Ausnahmen abgesehen steht Deutschland mit den geringen Übernahmeaktivitäten nicht alleine da. Einzig die Marktbereinigung in der spanischen Bauindustrie führt dort gerade zu einem hohen Anstieg bei Fusionen und Übernahmen.

Wenn nicht jetzt? Wann dann?

Förderdarlehen sind auf selten niedrigem Zinsniveau.

Ein Unternehmen ist jeden Tag aufs Neue auf den Prüfstand gestellt und muss sich darum kümmern wettbewerbsfähig zu bleiben, weitere Marktanteile zu gewinnen und neue Investitionen zu tätigen. Doch wie finanziert man das am besten alles? Hilfreich hierfür sind die momentan günstigen Zinssätze für Unternehmerkredite und Förderdarlehen. Ein beispielhaftes Programm der KfW-Banken (KfW -Kreditanstalt für Wiederaufbau: Förderbank der deutschen Wirtschaft und Entwicklungsbank für die Transformations- und Entwicklungsländer) ist das „Unternehmerkredit–Fremdkapital“ mit 1% effektivem Zins pro Jahr in der günstigsten Preisklasse, bei einer Auszahlung von 100% des Kreditbetrags. Die Zinsbindung ist von zwei bis zwanzig Jahren wählbar.

Finanziert werden vor allem Investitionen in Gebäude; Grundstücke oder Baumaßnahmen, Betriebs- und Geschäftsausstattung, Übernahmen, Maschinen, Anlagen oder Einrichtungsgegenstände, Firmenfahrzeuge.

Wer also über einen Firmenkauf oder eine Unternehmensnachfolge nachdenkt, der sollte dies am besten in naher Zukunft anpacken. Bis zu vier bzw. zehn Millionen Euro pro Geschäftsvorhaben können Unternehmer von der KfW in Form eines Förderdarlehens erhalten. Diese Angebote gelten übrigens ebenso für Investitionen im Ausland.

Wer völlig unbekannte Märkte erschließen will oder erstmalig als Unternehmensnachfolger fungiert und dafür Förderdarlehen beantragt oder neue Produktionsmethoden einführt, greift zu diesem Zweck meist ein- oder mehrmalig für eine bestimmte Dauer auf einen externen Berater zurück. Die gute Nachricht ist, dass auch diese Dienstleistungen über den Unternehmerkredit abgedeckt werden können.

M&A Markt 2012 startet verhalten

Ungeachtet der Geldschwemme der Europäischen Zentralbank ist die Anzahl der M&A-Transaktionen in Westeuropa nach Angaben des Bureau Van Dijk im Februar mit knapp 1.013 Deals auf den tiefsten Stand seit über einem Jahr gefallen (Januar: 1.549), nur der 20 Mrd.-EUR-Kauf von Xstrata durch Glencore rettete das Dealvolumen mit rund 42 Mrd. EUR von einem ebenfalls deutlichen Tiefststand (die zweitgrößte Transaktion, HSBC Holdings plc., hatte ein Volumen von 2 Mrd. EUR). Damit entwickelt sich der M&A-Markt 2012 wie von den führenden Investmenthäusern Ende 2011 prognostiziert verhalten. Besserung wird erst ab der zweiten Jahreshälfte 2012 erwartet.
Größter deutscher M&A-Deal war die vollständige Übernahme der LBBW Immobilien GmbH durch die PATRIZIA Immobilien AG (1,4 Mrd. EUR), mit 84 Übernahmen lag Deutschland erneut hinter Großbritannien (401 Deals) auf dem zweiten Platz der attraktivsten M&A-Zielländer Europas.
Auch die Private Equity Investitionen in Westeuropa setzen derzeit (in Anzahl und Volumen) ihre langmonatige Talfahrt  fort.
Nichtsdestotrotz erwarten US-amerikanische Führungskräfte laut einer Umfrage von KPMG aufgrund hoher Bargeldbestände und niedriger Zinsen steigende M&A-Volumina für 2012, Europa wird hier als drittwichtigste Zielregion nach den USA und China angesehen. In der gleichen Umfrage erwarten zwei Drittel der Teilnehmer allerdings eine Erholung der Konjunktur nicht vor Ende 2013.

Quellen:
Bureau van Dijk, Forbes, Marketwatch, People and Deals (1,2)

Aktuelle Trends auf den M&A-Märkten

Der M&A-Markt in Deutschland bleibt vorerst auf festem Boden, aber ohne Phantasie. Einer kürzlich veröffentlichten Pressemitteilung des ZEW zufolge bewegt sich der ZEW-ZEPHYR M&A-Index nach wie vor zwischen 40 und 60 Punkten (Basiswert im Jahr 2000 = 100 Punkte) (eine exaktere Angabe zum aktuellen Stand des Indexwertes wurde vom ZEW nicht veröffentlicht). Negative Einflüsse wie die Schuldenkrise, die Aktienmarktentwicklung des ersten Halbjahres 2011 (als Indikator für negative Erwartungen auch preisrelevant für kleinere M&A Transaktionen), sowie – angesichts absehbarer steigender Eigenkapitalanforderungen – die aktuelle Kreditvergabepolitik zahlreicher Kreditinstitute lassen den Ausblick für Fusionen und Übernahmen mindestens bis zur Mitte des Jahres 2012 als “verhalten” einschätzen.

Der M&A-Markt z.B. in Brasilien eilt derzeit dafür von Höhepunkt zu Höhepunkt, wohingegen der mittlere Osten stark schwächelt: Auf Jahresbasis fiel dort die von ZEPHYR ermittelte Anzahl der M&A-Transaktionen um dramatische 86% auf 19.

Weltweit gingen am M&A-Markt in den ersten neun Monaten 2011 laut Allen & Overy M&A Index zwar die inländischen Transaktionen zurück (von 900 auf 853), gleichzeitig stieg jedoch die Zahl der Cross-Border Deals (von 802 auf 894).

Die USA bleiben nach wie vor der größte Akquisiteur auf dem internationalen Markt, China und Japan rücken jedoch kontinuierlich mit großen Steigerungsraten weiter heran. Allein in Europa kauften chinesische Unternehmen seit Anfang dieses Jahres bereits 64 Unternehmen, gegenüber 47 Transaktionen im gesamten Jahr 2010. Platz 1 der chinesischen Zielländer: Deutschland mit 14 abgeschlossenen Übernahmen.

Anzahl der M&A Transaktionen deutscher Konzerne auf Sechs-Jahres-Hoch

Wie die FAZ heute berichtet, sind 2010 bis dato 1.274 M&A Transaktionen mit deutscher Beteiligung bekannt geworden. Zwar nur 2% mehr als im Vorjahr, aber der höchste Wert seit 2004 (1.305), ein deutliches Zeichen, dass der Übernahmemarkt sich weiter im Aufschwung befindet. Gekauft wird bei steigenden Preisen bzw. erwarteten Steigerungen und positiven Markteinschätzungen. Und die Vorstände der DAX-Konzerne greifen fleissig zu, aber auch die Zahl der ausländischen Käufer in Deutschland stieg erneut gegenüber den Vorjahren stark an.

Verkäufer sind häufig Finanzinvestoren, die einerseits wieder attraktive Kaufpreise erzielen können, andererseits vielleicht keine so positiven Markteinschätzungen haben. 2011 verspricht spannend zu werden.

Bekanntester MBO des Jahres: der Grüne Punkt (Duales System Deutschland), der von KKR an die Geschäftsleitung (mit Unterstützung einer Gruppe privater und institutioneller Investoren) verkauft wurde.

M&A-Aktivitäten im deutschen Mittelstand haussieren

Laut Statistik des Bundesverbandes Mergers & Acquisitions sind im 3. Quartal 2010 die Fusionen und Übernahmen in Deutschland sehr stark angestiegen. Der Mittelstands-M&A-Indikator MidMaX stieg das dritte Quartal in Folge und mit 372 Punkten auf den höchsten Stand seit zwei Jahren (+75% gegenüber dem 2. Quartal 2010). Das 4. Quartal 2010 dürfte -auch im Zuge des aktuellen Konjunkturaufschwunges- ebenfalls positiv werden.

Preise steigen

Wie das Magazin impulse berichtet, werden die bei M&A zu erzielenden Preise in 2011 spürbar steigen. Die auf Unternehmensbewertung spezialisierte Beratungsgesellschaft Klein & Coll sieht die Gründe dafür in den sich allmählich wieder verbessernden Kreditbedingungen für Übernahmen und der wieder erstarkten Kauflust vieler Investoren. Der Faktor, um den der Kaufpreis auf den Jahresumsatz abhebt, erhöht sich je nach Branche unterschiedlich stark, am meisten in Hightech- und Automobilbranche – Ein weiterer Indikator für die siebte M&A-Welle (wir berichteten am 08. Oktober).

Besseres Geschäftsklima in Berlin

Die Berliner Wirtschaft schüttelt die Krise der vergangenen Monate ab und wird optimistischer, so das Ergebnis der diesjährigen gemeinsamen Herbst-Konjunkturumfrage von IHK Berlin und Handwerkskammer Berlin, an der sich insgesamt rund 4360 Betriebe beteiligt haben. Zum zweiten Mal in Folge verbesserte sich der Konjunkturklimaindex – der die gegenwärtige Geschäftslage und die Erwartungen abbildet –  diesmal um neun auf  123 Punkte. Das ist der drittbeste Herbst-Wert seit 2000 und 23 Punkte besser als vor einem Jahr. Dabei hat sich die Stimmung in fast allen Branchen aufgehellt.

39 Prozent der Berliner Unternehmen schätzen Ihre Geschäftslage als gut, 52 Prozent als befriedigend ein. Nur neun Prozent bezeichnen die jetzige Situation als schlecht, womit die Berliner Unternehmen bereits jetzt wieder das Vor-Krisenniveau erreicht haben. Insbesondere Gastgewerbe, Dienstleistungssektor sowie das Handwerk profitieren vom Aufschwung.

Ab auf’s Surfbrett: Die siebte M&A-Welle rollt heran

Das Jahr 2010 wird geprägt von branchenübergreifen gesteigerten Übernahmeaktivitäten zwischen den großen Marktteilnehmern. Allein im August wurden Transaktionen von über 200 Mrd. Euro durchgeführt – soviel wie in keinem anderen Monat seit vier Jahren. Hierbei werden die vielen kleinen Transaktionen auf der Ebene der mittelständischen Familienunternehmen noch nicht einmal erfasst. 2007 war der Scheitelpunkt der sechsten Welle mit Transaktionsvolumina von über 4 Billionen Euro. Hier wird im Vergleich deutlich, dass eine neue Welle gerade erst im Entstehen begriffen ist und der Herdeneffekt (Unternehmen beobachten die Konkurrenz genau und ziehen nach, wenn der Wettbewerber vorlegt) für weitere groß dimensionierte Käufe sorgen sollte.

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