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Unternehmenskäufer unterschätzen die HR-Integration

Mergers & Acquisitions-Projekte entstehen meist auf dem Papier. Synergien, Marktanteile, Kosteneinsparungen versprechen beschleunigtes Wachstum oder überdurchschnittlichen Ertrag. Doch viel zu oft endet der erfolgreiche Teil der Übernahme mit der Unterschrift unter dem Kaufvertrag.  Integrationsstrategien, die erst den Erfolg einer Post Merger Integration (PMI) und das Erreichen der vorher angestrebten Ziele sichern sollen, werden allzu oft vergessen, oder zumindest vernachlässigt.

Dies zeigt erneut eine Studie* von Steria-Mummert: Kaum die Hälfte aller befragten Unternehmen waren mit der Umsetzung ihrer Übernahme- oder Demerger-Strategien zufrieden. Im Einzelnen bezeichneten z.B. nur 19% die Umsetzung der IT-Integration als „sehr gut“. Während „IT“ aber von 70% der Befragten als sehr wichtig für die Integration angesehen wurde, landete „Personal“ auf dem letzten Platz im Ranking: Der Faktor Mensch scheint weder vor, noch nach einer Übernahme eine größere Rolle zu spielen.

Trotz aller möglichen Patente, Wissensmanagementsysteme  und Kundenkarteien: Das Know-How einer Firma existiert zu 95% in den Köpfen der Mitarbeiter. Wer bei einem Unternehmenskauf diesen Faktor leichtfertig vernachlässigt, riskiert eine vermeidbare Wertevernichtung im großen Stil.

*Der Link zur Studie ist inzwischen leider nicht mehr frei zugänglich.

M&A-Deals brauchen mehr HR-Input

Die Integration zweier Unternehmen nach einer Fusion oder Übernahme stellt gerade die HR-Abteilungen vor größte Herausforderungen. Zu der häufigsten Ursache für das ökonomische Scheitern von M&A-Transaktionen zählt, neben den unterschätzten Kosten der IT-Integration, nämlich der Fachkräfte-Brain-Drain bzw. die Friktionsverluste durch das unprofessionelle Verschmelzen der verschiedenen Unternehmenskulturen. Der Zwang, den informierten Personenkreis klein zu halten, hat seinen Preis. Oft werden selbst die beiden HR-Chefs erst zum Abschluss der Verhandlungen eingeweiht. Und das ist viel zu spät, wie Steve Allan (Towers Watson) ausführt: „HR directors are not involved enough in M&A. They are brought in late – and in a lot of cases wouldn’t be remotely aware of the target identification process around M&A.“ [HR Magazine, 01.08.2011]. Angst vor drohendem Machtverlust, Kündigung und die (vermeintliche) Zerstörung von Karriereplänen treffen die Mitarbeiter beider Unternehmen am Tag der Verkündung der Übernahme unerwartet. Im weiteren Verlauf verlieren viele ihre Motivation durch die fehlende Identifikation mit „ihrem“ Unternehmen.

Personalchefs müssen deshalb bereits früh in die Vorbereitung der Übernahme integriert werden. Ein HR-Integrationsplan ist so individuell wie jedes Unternehmen auf der Welt und sollte entsprechend vorbereitet werden. Denn bezahlt wird bei einer M&A-Transaktion der Wert der künftigen Unternehmenserfolge. Und diesen erschaffen regelmäßig nicht die Maschinen, sondern die Menschen, die damit arbeiten.