Tag Archiv für Corporate Finance

Wenn nicht jetzt? Wann dann?

Förderdarlehen sind auf selten niedrigem Zinsniveau.

Ein Unternehmen ist jeden Tag aufs Neue auf den Prüfstand gestellt und muss sich darum kümmern wettbewerbsfähig zu bleiben, weitere Marktanteile zu gewinnen und neue Investitionen zu tätigen. Doch wie finanziert man das am besten alles? Hilfreich hierfür sind die momentan günstigen Zinssätze für Unternehmerkredite und Förderdarlehen. Ein beispielhaftes Programm der KfW-Banken (KfW -Kreditanstalt für Wiederaufbau: Förderbank der deutschen Wirtschaft und Entwicklungsbank für die Transformations- und Entwicklungsländer) ist das „Unternehmerkredit–Fremdkapital“ mit 1% effektivem Zins pro Jahr in der günstigsten Preisklasse, bei einer Auszahlung von 100% des Kreditbetrags. Die Zinsbindung ist von zwei bis zwanzig Jahren wählbar.

Finanziert werden vor allem Investitionen in Gebäude; Grundstücke oder Baumaßnahmen, Betriebs- und Geschäftsausstattung, Übernahmen, Maschinen, Anlagen oder Einrichtungsgegenstände, Firmenfahrzeuge.

Wer also über einen Firmenkauf oder eine Unternehmensnachfolge nachdenkt, der sollte dies am besten in naher Zukunft anpacken. Bis zu vier bzw. zehn Millionen Euro pro Geschäftsvorhaben können Unternehmer von der KfW in Form eines Förderdarlehens erhalten. Diese Angebote gelten übrigens ebenso für Investitionen im Ausland.

Wer völlig unbekannte Märkte erschließen will oder erstmalig als Unternehmensnachfolger fungiert und dafür Förderdarlehen beantragt oder neue Produktionsmethoden einführt, greift zu diesem Zweck meist ein- oder mehrmalig für eine bestimmte Dauer auf einen externen Berater zurück. Die gute Nachricht ist, dass auch diese Dienstleistungen über den Unternehmerkredit abgedeckt werden können.

M&A Markt 2012 startet verhalten

Ungeachtet der Geldschwemme der Europäischen Zentralbank ist die Anzahl der M&A-Transaktionen in Westeuropa nach Angaben des Bureau Van Dijk im Februar mit knapp 1.013 Deals auf den tiefsten Stand seit über einem Jahr gefallen (Januar: 1.549), nur der 20 Mrd.-EUR-Kauf von Xstrata durch Glencore rettete das Dealvolumen mit rund 42 Mrd. EUR von einem ebenfalls deutlichen Tiefststand (die zweitgrößte Transaktion, HSBC Holdings plc., hatte ein Volumen von 2 Mrd. EUR). Damit entwickelt sich der M&A-Markt 2012 wie von den führenden Investmenthäusern Ende 2011 prognostiziert verhalten. Besserung wird erst ab der zweiten Jahreshälfte 2012 erwartet.
Größter deutscher M&A-Deal war die vollständige Übernahme der LBBW Immobilien GmbH durch die PATRIZIA Immobilien AG (1,4 Mrd. EUR), mit 84 Übernahmen lag Deutschland erneut hinter Großbritannien (401 Deals) auf dem zweiten Platz der attraktivsten M&A-Zielländer Europas.
Auch die Private Equity Investitionen in Westeuropa setzen derzeit (in Anzahl und Volumen) ihre langmonatige Talfahrt  fort.
Nichtsdestotrotz erwarten US-amerikanische Führungskräfte laut einer Umfrage von KPMG aufgrund hoher Bargeldbestände und niedriger Zinsen steigende M&A-Volumina für 2012, Europa wird hier als drittwichtigste Zielregion nach den USA und China angesehen. In der gleichen Umfrage erwarten zwei Drittel der Teilnehmer allerdings eine Erholung der Konjunktur nicht vor Ende 2013.

Quellen:
Bureau van Dijk, Forbes, Marketwatch, People and Deals (1,2)

Aktuelle Trends auf den M&A-Märkten

Der M&A-Markt in Deutschland bleibt vorerst auf festem Boden, aber ohne Phantasie. Einer kürzlich veröffentlichten Pressemitteilung des ZEW zufolge bewegt sich der ZEW-ZEPHYR M&A-Index nach wie vor zwischen 40 und 60 Punkten (Basiswert im Jahr 2000 = 100 Punkte) (eine exaktere Angabe zum aktuellen Stand des Indexwertes wurde vom ZEW nicht veröffentlicht). Negative Einflüsse wie die Schuldenkrise, die Aktienmarktentwicklung des ersten Halbjahres 2011 (als Indikator für negative Erwartungen auch preisrelevant für kleinere M&A Transaktionen), sowie – angesichts absehbarer steigender Eigenkapitalanforderungen – die aktuelle Kreditvergabepolitik zahlreicher Kreditinstitute lassen den Ausblick für Fusionen und Übernahmen mindestens bis zur Mitte des Jahres 2012 als “verhalten” einschätzen.

Der M&A-Markt z.B. in Brasilien eilt derzeit dafür von Höhepunkt zu Höhepunkt, wohingegen der mittlere Osten stark schwächelt: Auf Jahresbasis fiel dort die von ZEPHYR ermittelte Anzahl der M&A-Transaktionen um dramatische 86% auf 19.

Weltweit gingen am M&A-Markt in den ersten neun Monaten 2011 laut Allen & Overy M&A Index zwar die inländischen Transaktionen zurück (von 900 auf 853), gleichzeitig stieg jedoch die Zahl der Cross-Border Deals (von 802 auf 894).

Die USA bleiben nach wie vor der größte Akquisiteur auf dem internationalen Markt, China und Japan rücken jedoch kontinuierlich mit großen Steigerungsraten weiter heran. Allein in Europa kauften chinesische Unternehmen seit Anfang dieses Jahres bereits 64 Unternehmen, gegenüber 47 Transaktionen im gesamten Jahr 2010. Platz 1 der chinesischen Zielländer: Deutschland mit 14 abgeschlossenen Übernahmen.

Banken vorsichtiger

Der Beteiligungsmarkt in Deutschland hat sich im Zuge der Finanzkrise sichtbar verändert, wie die KfW Bankengruppe und der KfW-Stiftungslehrstuhl  für Entrepreneurial Finance an der Technischen Universität München nachweisen:  in den Jahren 2007 bis 2009 ist eine zunehmende Professionalisierung und Verlagerung des Finanzierungsschwerpunktes auf die so genannte Spätphase zu konstatieren. Diesem Trend stehen zunehmende Angebotslücken beim Beteiligungskapital in der frühen Wachstumsphase gegenüber. Gleichzeitig sanken auch die Renditeerwartungen der Kapitalgeber.

Finanzierungsturbo: Bürgschaftsbanken geben mehr Zusagen

Fehlende Sicherheiten sind ein häufiger Knackpunkt bei der Finanzierung von Unternehmensnachfolgen. Die Bürgschaftsbanken in Deutschland haben in den ersten zehn Monaten des Jahres 6.600 Unternehmen mit Bürgschaftszusagen unter die Arme gegriffen (davon 2.500 Existenzgründungen), erfreuliche +14% gegenüber dem Vorjahr.

Venture Capital – Nur wie?

Viele Gründer mit ehrgeizigen Expansionsplänen werden relativ früh auf Wagniskapital als Finanzierungsoption stoßen. Venture Capital Gesellschaften sind jedoch keine Zockerclubs, sondern zeichnen sich durch gewissenhafte Prüfung und Analyse der eingereichten Vorschläge aus.

Das A und O ist der wenn möglich schon vorher etablierte persönliche Kontakt zwischen beiden Parteien. Auch der beste Business Plan überzeugt nicht so sehr wie eine mitreißende Unternehmergestalt. Darüber hinaus müssen Sie jedoch mit einem professionellen, realistisch-ehrgeizigen Business-Plan überzeugen, sich einer gewissenhaften Due Diligence unterziehen, sollten klug die Beteiligungsbedingungen in einem Term Sheet verhandeln und dann, an- und abschließend die Verträge unterzeichnen. Kontinuierliche Kommunikation ist unverzichtbar: sollte sich ein erster Auftrag durch Kunden abzeichnen, vergessen Sie nicht, dies den Kapitalgebern mitzuteilen – es könnte der letzte nötige Impuls sein.

Alternative Geldquellen, die Zweite

Deutschland ist und bleibt ein Förder-Wunderland. Wie die KfW in Ihrem Gründungsmonitor 2010 berichtet, klagten 2009 nur zehn Prozent aller Existenzgründer über Finanzierungsschwierigkeiten, was einen bedeutenden Rückgang gegenüber dem Vorjahreswert darstellt. Relativiert wird diese frohe Kunde allerdings durch die Tatsache, dass gerade unter denjenigen, die externe Geldquellen anzapfen müssen, Schwierigkeiten zu verzeichnen sind (23 Prozent). Auch werden diejenigen, die aufgrund dieser Schwierigkeiten ex ante ihr Gründungsvorhaben wieder aufgegeben haben, gar nicht erst erfasst. Von 872.000 Personen, die sich 2009 selbstständig gemacht haben, haben 69 Prozent neu gegründet, 13 Prozent Unternehmen übernommen und 18 Prozent Beteiligungen gekauft. Zwischen einem Fünftel und einem Viertel der Gründer scheidet nach spätestens drei Jahren aus dem Markt aus. Gründer mit einem Finanzmitteleinsatz von über EUR 10.000 bleiben eindeutig länger am Markt – im Klartext heißt das, dass vor allem Gründer aus der Not der Arbeitslosigkeit heraus häufig schnell gegen die Wand rennen.

63 Prozent finanzieren sich selbst, 37 Prozent greifen auf externe Kapitalgeber zurück. Von letzteren finanzieren sich 51 Prozent durch langfristige Bankkredite, 34 Prozent reizen ihren Dispositionskredit voll aus, nur 29 Prozent beziehen (zinsgünstige!) Förderkredite.

Kein Gründer sollte zu schnell wieder aufgeben: Nehmen Sie den teils aufwändigen Antragsprozess für Fördermittel wie die Exist-Gründerstipendien auf sich, wenn Sie aus der Hochschule heraus gründen wollen: 2.000 Euro im Monat sowie weitere Zuschüsse etwa für Coachings versprechen Sicherheit. Knüpfen Sie Kontakte zu Business Angels – aber seien Sie hier vorsichtig: Einige der vermeintlichen Engel entpuppen sich als primär am eigenen Profit und nicht an Ihnen interessiert. Schließlich sollten Sie Ihre Ideen auch Risikokapitalgebern (Venture Capital Gesellschaften) präsentieren. Diese sind vorsichtiger geworden und spielen lange nicht die Rolle wie in den USA, erkennen aber teilweise das wirkliche Potential vermeintlich verrückter Ideen.

Ab auf’s Surfbrett: Die siebte M&A-Welle rollt heran

Das Jahr 2010 wird geprägt von branchenübergreifen gesteigerten Übernahmeaktivitäten zwischen den großen Marktteilnehmern. Allein im August wurden Transaktionen von über 200 Mrd. Euro durchgeführt – soviel wie in keinem anderen Monat seit vier Jahren. Hierbei werden die vielen kleinen Transaktionen auf der Ebene der mittelständischen Familienunternehmen noch nicht einmal erfasst. 2007 war der Scheitelpunkt der sechsten Welle mit Transaktionsvolumina von über 4 Billionen Euro. Hier wird im Vergleich deutlich, dass eine neue Welle gerade erst im Entstehen begriffen ist und der Herdeneffekt (Unternehmen beobachten die Konkurrenz genau und ziehen nach, wenn der Wettbewerber vorlegt) für weitere groß dimensionierte Käufe sorgen sollte.

Beteiligungsmarkt stabilisiert sich

Wie der Branchenverband BVK mitteilte, hat sich der der deutsche Markt für Unternehmenskäufe und –verkäufe im ersten Halbjahr 2010 stabilisiert. Die Investitionen der Beteiligungsgesellschaften haben sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verdreifacht: 2,24 Milliarden Euro wurden eingesetzt, davon 1,6 Milliarden allein für zwei Großtransaktionen im ersten Quartal und weitere 673 Millionen für überwiegend kleinere und mittlere Unternehmen im zweiten Quartal. (FAZ, 25.08.2010)

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