Jedes fünfte Unternehmen wird von einer Frau übernommen

Schon wieder ist ein Jahr vorbei und auch dieses Jahr fand der Nationale Aktionstag zur Unternehmensnachfolge durch Frauen statt. Am 23. Juni gab es bundesweit Diskussionen und Informationsveranstaltungen zum Thema „Nachfolge ist weiblich“.

Immer mehr Frauen wagen den Karriereschritt als Unternehmensnachfolgerin. Es könnten noch mehr werden.

Soll ich oder soll ich nicht. Frauen zögern häufig, wenn es um die eigene Karriere geht und trauen sich zu wenig zu. So auch bei Unternehmensnachfolgen.

Die Frauenquote ist beschlossen. Aber was auch immer man davon halten mag, sie hilft nur einer kleinen Anzahl von weiblichen Top-Managern, die einen Aufsichtsratsposten in einem großen Unternehmen anstreben. Da es sich hier auch nicht um einen Vollzeitjob handelt, sondern Mandatshäufungen die Regel sind, bleiben nicht viele Frauen übrig, die davon profitieren werden.

Zum Glück gibt es aber noch andere Karriereoptionen für Frauen – auf diese müssen sie aber unter Umständen erst gestoßen werden. So zum Beispiel eine Unternehmensnachfolge. Die eigene Chefin sein, etwas bewegen, anderen Menschen einen Job geben – und das ohne den schweren und risikoreichen Weg einer eigenen Unternehmensgründung. Vielen ist diese Möglichkeit gar nicht bekannt oder sie denken nicht darüber nach, weil sie es für zu teuer halten oder sich nicht zutrauen.

Klar, ein Unternehmen kaufen heißt Geld in die Hand nehmen. Und Verantwortung tragen. Es ist daher in der Regel eine Karrierevariante für Menschen mit Erfahrung und einem gewissen Eigenkapital. Aber vor allem mit Unternehmergeist und Mut! Und auch hier sind erfreulicherweise immer mehr Frauen mit von der Partie. Es könnten aber noch mehr werden – denn immerhin sind es mehr als 130.000 Unternehmen in Deutschland, die eine neue Chefin oder einen Chef suchen. Oder in Angestellten ausgedrückt: 2 Millionen. Das Thema Nachfolge ist also durchaus von wirtschaftlicher Brisanz.

Dass viele Unternehmen keinen Nachfolger finden liegt natürlich nicht ausschließlich an dem Mangel an potentiellen Kandidaten. Auch viele MBI-Kandidaten, also übernahmewillige junge Kaufinteressenten, bleiben erfolglos. Häufig passt es einfach nicht oder das Unternehmen ist gar nicht übergabefähig. Wenn sich jedoch mehr Frauen zu einem Unternehmenskauf entschließen, könnte der Pool an Kandidaten enorm erhöht werden – bislang wird nur jedes fünfte Unternehmen von einer Frau übernommen.

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