Traditionsreiche Familienunternehmen müssen sich nach externer Nachfolge umsehen

Sich rechtzeitig um die Nachfolge im Unternehmen zu kümmern ist essentiell für den Erfolg der Firma. Das ist allseits bekannt, aber man kann es nicht oft genug sagen. Denn wenn dann dringend ein Nachfolger gebraucht wird, steigt der Stress und damit die Gefahr für das Unternehmen. Auch große Unternehmen sind vor diesem Fehler nicht gefeit, wie die jüngsten Fälle von Willy Bogner und Coppenrath & Wiese zeigen.

Je größer und erfolgreicher ein Unternehmen, umso größer ist auch die Verantwortung für Mitarbeiter und Kunden. Ein Grund mehr, sich rechtzeitig um die Nachfolge zu kümmern und für den Fall vorzusorgen, wenn der Chef die Geschäfte nicht mehr selbst erledigen kann. In traditionellen Familienunternehmen, die schon in zweiter oder höherer Generation existieren, gibt es für dieses Thema ein gewisses Bewusstsein und häufig auch Erfahrungen aus früheren Generationswechseln. Aber trotzdem passieren auch hier immer wieder diese Fehler – mit teilweise fatalen Folgen.

Zwei prominente Beispiele in diesem Jahr sind der Tiefkühltorten-Konditor Coppenrath&Wiese und die Sportmode-Firma Willy Bogner. Die sehr erfolgreichen mittelständischen Unternehmen haben es verpasst, sich rechtzeitig um die Nachfolge zu kümmern. Was es in diesen wie in vielen anderen Fällen kompliziert macht, einen geeigneten Nachfolger zu finden, sind die fehlenden Optionen innerhalb der Familie. Wenn die eigenen Kinder nicht wollen oder können – sofern es überhaupt welche gibt – wird es kritisch und viele Unternehmer schieben das Thema auf die lange Bank. Sie scheuen sich davor, das Unternehmen in fremde Hände zu geben, Fremdmanager einzustellen oder gar an einen Konkurrenten zu verkaufen.

Dabei ist es meist schon länger abzusehen, dass es voraussichtlich keine Nachfolge aus dem Familienkreis geben wird und man sich nach einer geeigneten Alternative umsehen muss. Im Fall von Willy Bogner und seiner Frau Sonia, die das Unternehmen gemeinsam führen, studiert die Tochter Innenarchitektur in den USA und zeigt bisher kein Interesse am Unternehmen. Aloys Coppenrath starb vergangenes Jahr und in der Familie ist seither keine Einigung zu finden. Ein typisches Szenario, wenn sich der Inhaber nicht rechtzeitig um die Regelung seiner Nachfolge kümmert. Für die 2200 Mitarbeiter der knapp 40 Jahre alten Konditorei bedeutet eine ungeklärte Nachfolge möglicherweise den Verlust ihres Arbeitsplatzes. Glücklicherweise hat nun Dr. Oetker Interesse an dem Unternehmen angekündigt. Übrigens ein weiteres Beispiel für Nachfolgeprobleme in Familienunternehmen.

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