Mit einer Verkäuferfinanzierung zur erfolgreichen Übernahme

Viele Angestellte, die schon einige Hürden auf der Karriereleiter genommen haben, denken irgendwann über eine Selbständigkeit nach. Seine eigene Firma zu haben, bedeutet viel Verantwortung und viel Arbeit, aber auch mehr Freiheit und ein überdurchschnittliches Einkommen.

Nachfolgelösungen scheitern nicht selten am Kaufpreis - ein Käuferdarlehen kann in diesem Fall helfen (Bild: flickr/pfala)

Nachfolgelösungen scheitern nicht selten am Kaufpreis – ein Käuferdarlehen kann in diesem Fall helfen (Bild: flickr/pfala)

Wer allerdings schon eine Führungsposition hat und einen gehobenen Lebensstandard, möchte nicht von Null anfangen. Da liegt die Entscheidung nah, ein bestehendes Unternehmen fortzuführen. Betriebe zur Übernahme gibt es unzählige – etwa 135.000 in den nächsten vier Jahren. Darunter einen zu finden, der zu einem passt, ist meist das geringste Problem. Als schwieriger gestaltet sich häufig die Finanzierung. Nachfolger benötigen mehr Kapital als Gründer, vor allem wenn eine Firma gekauft werden soll, die ertragreich ist. Je nach Größe des zu kaufenden Unternehmens wird in der Regel ein hoher sechsstelliger, nicht selten ein siebenstelliger Betrag aufgerufen.

Als erstes stellt sich also die Frage nach dem Eigenkapital des Käufers. Dabei unterschätzen Nachfolger häufig, was alles als Eigenkapital zählt – es ist auf jeden Fall nicht allein die Summe auf dem Sparkonto. Sollte dieses nach gründlicher Prüfung trotzdem nicht ausreichen, ist der nächste Schritt der Gang zur Bank. Obwohl die Bank anhand früherer Unternehmenszahlen ihr Risiko viel besser abschätzen kann, als bei einer Existenzgründung, ist es dennoch nicht so leicht für den Kaufinteressenten den Zuschlag für einen Kredit zu bekommen. Auch dann nicht wenn Förderprogramme einbezogen werden.

Banken setzen Branchenerfahrung voraus

Vor allem wenn man fachfremd als neuer Chef eines Unternehmens agieren möchte, sind die Banken häufig nicht bereit, eine Finanzierung zur Verfügung zu stellen. Dass man Führungserfahrung und unternehmerisches Geschick – die Hauptkompetenzen, die als Firmeninhaber gefragt sind – in nahezu jeder anderen Branche gesammelt haben kann, spielt in solchen Fällen keine Rolle. Reichen die Eigenmittel des Kaufinteressenten also nicht aus, muss man sich nach anderen Finanzierungsmöglichkeiten umschauen. Zum Beispiel ist eine Mitfinanzierung seitens des Inhabers in Form eines Verkäuferdarlehens denkbar. Für den Verkäufer ergeben sich auf den ersten Blick möglicherweise mehr Nachteile aus einem solchen Kredit. Aber: durch ein Finanzierungshilfe seinerseits – wie auch immer diese ausgestaltet wird – lässt sich ein höherer Kaufpreis erzielen. Und es ist unter Umständen die einzige Möglichkeit, die Firma überhaupt verkaufen zu können.

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