Zwei Millionen Angestellte von Betriebsübergaben betroffen

In den Jahren 2014 bis 2018 stehen in Deutschland etwa 135.000 Betriebe zur Übergabe an einen Nachfolger bereit. Das sind 25.000 mehr als in den vergangenen 4 Jahren. Zu dieser Schätzung kommt das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) in Bonn. Einen Engpass an Nachfolgern erwartet das Institut allerdings nicht.

Wie auch für den Zeitraum 2010 bis 2014 hat das IfM auch für die nächsten vier Jahre eine Schätzung veröffentlicht, bei wie vielen Familienbetrieben eine Übergabe anstehen wird. Die Zahl der Betriebe ist auf 135.000 gestiegen. Insgesamt gibt es in Deutschland mehr als 3 Millionen Unternehmen. Ein besonderes Interesse gilt dabei unter anderem der Anzahl der Angestellten, die von der Gesamtheit der Betriebsübergaben berührt werden. Auf etwa 2 Millionen wird die Zahl der betroffenen Beschäftigten geschätzt. Das Problem der Nachfolgeregelung ist demnach volkswirtschaftlich höchst relevant.

Die Schätzung des IfM berücksichtigt nur Betriebe mit einem Jahresumsatz von mehr als 100.000 Euro, da kleinere Umsätze nicht zu einem relevanten Jahresgewinn führen – die Unternehmen werden als nicht übergabewürdig eingestuft. Die Mehrheit der zu verkaufenden Firmen liegt in der Größenordnung 500.000 bis 1 Mio. Euro. Es werden mehr Handels- und Produktionsbetriebe zur Übergabe anstehen, als Betriebe im Dienstleistungssektor. Außerdem befinden sich nur 16 Prozent der Unternehmen, die einen Nachfolger suchen werden in den neuen Bundesländern, der Großteil der Unternehmen ist somit in Westdeutschland zu finden. Wer einen Firmenkauf tätigen möchte, sollte sich vor allem in Nordrhein-Westfahlen oder Bayern umschauen. Aber auch in Berlin werden mehr zum Verkauf stehende Firmen zu finden sein, als etwa in Brandenburg oder Thüringen.

Mehr als die Hälfte der kleinen und mittelständischen Betriebe werden innerhalb der Familie übernommen. Rund ein Drittel der Inhaber wählen für ihren Betrieb eine unternehmensexterne Lösung, d. h. die Übergabe erfolgt nicht an Familienmitglieder oder Mitarbeiter. Das eröffnet zahlreiche Chancen für MBI-Kandidaten.

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