Die 6 wichtigsten Schritte zur erfolgreichen Unternehmensübergabe

Das eigene Unternehmen abzugeben, fällt den meisten Seniorunternehmern nicht leicht. Deshalb schieben sie das Thema Nachfolge meist zu lange vor sich her. Wenn es dann schnell gehen muss, bringt das oft Enttäuschung mit sich – es findet sich nicht der richtige Nachfolger, der erzielte Verkaufspreis ist zu gering oder der Betrieb muss im schlimmsten Fall geschlossen werden. Dabei sind nur wenige, aber sehr wichtige Punkte zu beachten, damit die Übergabe erfolgreich gelingt:

1.) Fangen Sie rechtzeitig an, über die Nachfolge nachzudenken!

Eine Unternehmensübergabe braucht Zeit. Sei es, um den richtigen Nachfolger zu finden, diesen einzuarbeiten, über den Kaufpreis zu verhandeln oder alle Verträge prüfen zu lassen. Mindestens drei Jahre, idealerweise fünf Jahre bevor Sie planen, sich zur Ruhe zu setzen, sollten Sie anfangen, sich mit dem Thema Nachfolge auseinanderzusetzen. Wichtiger aber noch: Wann auch immer Sie mit der Planung der Nachfolge beginnen: Setzen Sie sich ein ausreichendes Zeitlimit, einen Unternehmensnachfolger finden ist nicht einfach.

2.) Investieren Sie!

Ich höre ja sowieso bald auf, warum soll ich noch neue Maschinen kaufen? So oder ähnlich klingt die Einstellung vieler Firmenbesitzer, für die zeitnah das Ausscheiden als Chef ansteht. Sie vergessen dabei, dass mangelnde Investitionen den Wert des Unternehmens und die Attraktivität für einen guten Nachfolger kontinuierlich senken. Und für einen Unternehmenskäufer ist es oft schwer genug, das Kapital für eine Firmenübernahme zu beschaffen. Wenn dann in den ersten drei Jahren gleich große Ersatzinvestitionen anstehen, wirkt das abschreckend. Also zögern Sie notwendige Neuanschaffungen nicht heraus, sondern führen Sie Ihren Betrieb so weiter, als ob Sie persönlich ihn noch zehn weitere Jahre leiten würden.

3.) Packen Sie einen Notfallkoffer!

Nicht nur für eine anstehende Nachfolge ist es unerlässlich, einen Notfallkoffer gepackt zu haben. In diesen gehören neben dem Gesellschaftervertrag und einer Aufstellung wichtiger Ansprechpartner und Telefonnummern vor allem Vollmachten, z.B. für den Zugang zur Bank. Denn fallen Sie als Chef plötzlich aus, sind Ihre Mitarbeiter handlungsunfähig, wenn Sie nicht wissen, wo Sie all diese Informationen finden. Damit haben Sie auch gleichzeitig alles zusammengetragen, was für Ihren Nachfolger wichtig ist und sind somit ideal auf die Übergabe vorbereitet.

4.) Werden Sie Mentor!

Am ehesten wird jemand Ihr Unternehmen in Ihrem Sinne fortführen, wenn er von Ihnen gelernt hat, wie es geht. In diesem Fall werden Sie auch das nötige Vertrauen entwickeln, dass Ihr Lebenswerk so bestehen bleibt, wie Sie es sich wünschen. Also schauen Sie sich frühzeitig im Kreis Ihrer Familie oder Mitarbeiter um, ob es dort jemanden gibt, dem Sie die Geschäftsleitung zutrauen. Und beziehen Sie diese Personen in die Geschäftsprozesse und Entscheidungen mit ein – auf Augenhöhe. So können Sie sich Ihren eigenen Nachfolger selbst heranziehen.

5.) Zahlen Sie Steuern!

Beim Thema Gewinn denkt der Unternehmer sofort an die Steuerlast. Um diese zu sparen, versuchen vielen Inhaber, ihren ausgewiesenen Gewinn so niedrig wie möglich zu halten. Das Auto der Tochter über die Firma laufen zu lassen oder private Anschaffungen in den Betriebsausgaben zu verstecken, Möglichkeiten gibt es viele. In den Jahren vor der Übergabe sollten Sie jedoch einen möglichst hohen Gewinn ausweisen, denn dieser ist das ausschlaggebende Argument für den Kaufpreis. Und es ist schwer einen Unternehmensnachfolger zu finden, der einem „glaubt“, dass in Wirklichkeit die Ertragslage viel besser ist, als in den Zahlen steht.

6.) Lassen Sie Ihr Unternehmen bewerten!

Die wenigsten Unternehmer schätzen den Wert ihres Betriebes richtig ein. Sie haben ein Leben lang dafür gearbeitet und sehen, dass es gut läuft. Das führt häufig dazu, dass der Unternehmenswert überschätzt wird. Steckt man dann bereits in den Kaufverhandlungen, ist erneute Enttäuschung und Zeitverzögerung vorprogrammiert, da die gut beratenen Interessenten viel weniger zahlen möchten. Beauftragen Sie schon im Vorfeld jemanden, der den realistischen Kaufpreis für Ihr Unternehmen ermittelt. Somit wissen Sie bereits, was Sie erwarten können und haben etwas in der Hand, um ihr Angebot vor potentiellen Käufern zu vertreten.

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