Ein Unternehmen als potentieller Nachfolger

Die Suche nach dem passenden Nachfolger ist für viele Unternehmen ein schwieriges Unterfangen. Immer mehr Unternehmen stehen aus Altersgründen zum Verkauf, die Zahl der potentiellen Käufer hingegen ist aufgrund des demographischen Wandels sehr gering. Seniorunternehmer sollten also die Möglichkeit nicht außer Betracht lassen, ihre Firma an ein anderes Unternehmen zu verkaufen.

Viele Unternehmer, die ihren Betrieb abgeben möchten oder müssen, suchen natürlich zuerst im Familienkreis oder in der Reihe ihrer Mitarbeiter. Wenn dort niemand zu finden ist, beginnt die Nachfolgelösung schon problematisch zu werden. Denn das eigene Lebenswerk einem Fremden in die Hände zu geben, bereitet den meisten Unbehagen. Der Inhaber muss erst einmal Vertrauen entwickeln, dass der potentielle Nachfolger die Geschäfte in seinem Sinne weiterführt und den Betrieb nicht in die Insolvenz treibt.

Findet sich kein vertrauenserweckender Käufer, sollte der Firmenbesitzer über eine Übergabe an ein anderes Unternehmen nachdenken. Diese Möglichkeit der Nachfolgeregelung lassen viele KMU außer Acht. Möglicherweise aus Angst, dass von der eigenen Firma nichts mehr übrig bleibt, weil die übernehmende Firma Namen, Struktur und Ausrichtung des eigenen Unternehmens komplett vereinnahmen könnte, ein potentieller Verlust der wirtschaftlichen Identität, über viele Jahre aufgebaut. Auch für die eigenen Mitarbeiter könnte die Übernahme nachteilig sein, da diese durch eine Fusion mit einem anderen Unternehmen möglicherweise nicht mehr gebraucht werden. Spätestens wenn die einzige Alternative allerdings die Liquidation des Betriebes ist, ist jedoch die Nachfolgelösung durch ein anderes Unternehmen in jedem Fall vorzuziehen: Neben dem finanziellen Aspekte ist dies auch eine Frage der Verantwortung.

Und nicht alle Inhaber kleiner und mittelständischer Unternehmen sind ängstlich, was die Fusion des eigenen Unternehmens mit einer anderen Firma angeht. Es gibt sie, die M&A Deals im KMU Bereich, und die Tendenz ist sogar steigend. Insgesamt 290 Transaktionen waren im Jahr 2012 in Deutschland und Österreich zu verzeichnen. Kann man sich als Unternehmer mit dem Gedanken anfreunden, an ein anderes Unternehmen zu verkaufen, sollte man sich vor allem auch im Ausland umschauen. Dort sind deutsche KMU besonders beliebt – und die Investoren öfter bereit etwas mehr zu zahlen. Der positive Nebeneffekt:  Wird ein Betrieb als Brückenkopf in einem Zielland, oder der EU übernommen, hat der ausländische Käufer regelmäßig ein besonders großes Interesse daran, die Strukturen und Beziehungen zu erhalten. So kann diese Form der Übernahme letztendlich der klassischen Nachfolgelösung noch am nächsten kommen.

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