Steigendes Angebot, sinkende Nachfrage – ein großes Problem der Firmennachfolge

Ein kurzer Blick auf die demographische Entwicklung reicht, um das Problem zu erkennen: in Deutschland mangelt es an Jungunternehmern, die als potentielle Unternehmensnachfolger in Frage kommen. Dem gegenüber stehen immer mehr Seniorunternehmer, die ihr Lebenswerk in gute Hände geben möchten. Dieses Ungleichgewicht bringt zunehmend mittelständische Betriebe in Gefahr.

Die jüngsten Zahlen zum Generationswechsel in Unternehmen sind alarmierend. Dem DIHK-Report zur Unternehmensnachfolge 2013 zufolge, gab es bereits im Jahr 2012 etwa genauso viele potentielle Nachfolger wie zu übergebende Unternehmen. Wie groß in solch einem Fall für die Chance ist, einen passenden Kandidaten für das eigene Unternehmen zu finden, kann man sich leicht ausmalen. 2010 lag das Verhältnis von Übernehmern zu Nachfolgebetrieben immerhin noch bei 1,6. Da die Altersgruppe derer, die jünger als 50 sind und sich selbständig machen, immer kleiner wird, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis mehr Unternehmen zum Verkauf stehen, als es Interessenten gibt.

Besonders in Ostdeutschland ist die Kluft zwischen Angebot und Nachfrage groß. In vielen Regionen sind die jungen Menschen geflüchtet und die Unternehmer, die kurz nach der Wende ihren Betrieb aufgebaut haben, kommen nach und nach ins Rentenalter. Die Schließung eines kleinen oder mittelständischen Betriebes hat hier meist noch schwerwiegendere Folgen, da die ohnehin schwachen Regionen wirtschaftlich weiter geschädigt werden und noch mehr an Attraktivität verlieren.

Aber nicht nur der demographische Faktor beeinflusst den Unternehmensnachfolgemarkt negativ. Unwissenheit beim Thema Erbschaftssteuer, falsche Vorstellungen von einer Betriebsnachfolge seitens der Interessenten  und schlechte Vorbereitung der Betriebsübergabe durch den Besitzer erschweren die erfolgreiche Firmennachfolge zusätzlich. Für viele, die von einer Selbständigkeit träumen, stellt die Übernahme eine Art „Gründung Light“ dar, heißt es in dem DIHK-Report. Das ist natürlich eine gefährliche Unterschätzung der Anforderungen, die eine Betriebsübernahme mit sich bringt. Den Seniorunternehmern sei an dieser Stelle geraten, sich rechtzeitig auf die Suche nach dem passenden Nachfolger zu machen. Hierzu gehört auch unbedingt das Packen eine Notfallkoffers.

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