Successor: Die erste Messe für Unternehmer, die Nachfolger suchen

Der Mangel an geglückten Unternehmensnachfolgen verdeutlicht die Notwendigkeit, die dazu geführt hat, die erste Messe für Unternehmensnachfolgen in Deutschland einzuführen. Der Leitsatz der „Successor“ ist der des deutschen Philosophen Nikolaus von Kues „Eines ist so wichtig wie’s andere: rechtzeitig zufassen und rechtzeitig loslassen können.“

In vielen Zeitungen werden fast wöchentlich Erfahrungen geschildert, wie Unternehmensnachfolgen funktioniert haben bzw. funktionieren können. Doch stets ist ein Satz bei, der verdeutlicht, dass dieser positive Fall einer von wenigen Ausnahmen ist. Und die Auswirkungen fehlerhafter Übergaben sind fatal für die deutsche Wirtschaft sowie den Mittelstand überhaupt: Denn eine Schließung von gesunden Unternehmen ist unvermeidlich, wenn kein geeigneter Nachfolger gefunden wird. Manche schätzen die Situation sogar derart falsch ein, sodass die Suche gar nicht erst stattfinden kann. Laut einer Studie des Instituts für Mittelstandsforschung in Bonn werden pro Jahr gar nicht so wenige mit einer plötzlichen Unternehmensnachfolge konfrontiert. Denn zehn Prozent der Inhaber werden vom Tod überrascht und vier Prozent erkranken irreversibel. „Wir schützen und versichern unsere Unternehmen vor einer Vielzahl von eventuell eintretenden Ereignissen, wie einem Brand oder einem Einbruch. Aber wir schützen uns, unsere Unternehmen und unsere Familien nicht ausreichend vor dem sicher eintretenden Ereignis der Stabübergabe. Hier ist Prävention gefragt“, warnt Heidtmann, der die Messe ins Leben rief.

Dieser und viele weitere Gründe sind Anlass dafür, dass der Unternehmer Dietmar Heidtmann die erste deutschlandweite Messe für Unternehmensnachfolgen ausrichtet. Die Premiere dieser Veranstaltung findet am 26. und 27. September 2013 in Bremen statt. Die Top 3 der viel zitierten Gründe, die eine saubere Nachfolge verhindern, sind die schlechte Vorbereitung seitens des Firmeninhabers, den Wunsch nach einem übersteigerten Kaufpreis und emotionalen Schwierigkeiten beim Loslassen des Lebenswerkes.

Werden die Unternehmer die Messe als Chance verstehen?

Insbesondere der letzte Punkt gab dem Veranstalter die Aufgabe auf, zu bedenken, wie er Unternehmer dazu bringt, seine Messe zu besuchen. Obgleich er von allen Experten zu hören bekam, dass es sehr schwierig für Firmeninhaber ist, die Abneigung sich mit der Nachfolgeproblematik zu befassen, zu überwinden, gab er die Hoffnung nicht auf. Keiner will sich gerne aktiv mit seinem Ableben beschäftigen, weiß Heidtmann und präsentiert deshalb die Lösung: „Das Rahmenprogramm der Successor wird so vielfältig sein, dass die Besucher der Messe nicht allein auf das Thema Unternehmensnachfolge reduziert werden können.“ Zum Beweis auf der Webseite der Messe* ist zu lesen: „Auf der Messe können Sie sich als Käufer oder Investor über den Markt informieren. Sie kommen aus dem M&A Bereich und wollen den deutschen Markt erschließen oder sich Know-how einkaufen, dann melden Sie sich für die Messe an.“

Messe für Fachleute

Anmeldungen wurden seit einer Woche entgegen genommen und voraussichtlich werden hundert größtenteils nationale Aussteller auf 5.000qm Fläche zu finden sein. Die bedeutendsten Unternehmen und Spezialisten der Branche sind ebenso vor Ort wie öffentliche Institutionen, zum Beispiel die Kreditanstalt für Wiederaufbau. Zielgruppe der Veranstaltung ist der inhabergeführte deutsche Mittelstand. Das dargebotene Programm umschließt Themen von der Prävention über steuerliche Aspekte bis hin zur Auswahl des richtigen Unternehmensmaklers für den Unternehmensverkauf. Für einen Tag Teilnahme ist der Preis mit 30 Euro erschwinglich. Fazit: Wenn eigentlich nur ein Unternehmen der 22.000 jährlich suchenden einen passenden Nachfolger findet, hat sich die Messe eigentlich schon gelohnt.

 

*edit: Die Messe wurde später vom Veranstalter abgesagt

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