Unternehmensnachfolger finden

Findet sich keine familieninterne Lösung, stellt sich für den Unternehmer zu einem bestimmten Zeitpunkt im Leben die Frage nach dem richtigen Nachfolger für sein Lebenswerk. Jedes Jahr steht, je nach Quelle, bei 50.000 bis 80.000 Unternehmen in Deutschland eine Nachfolgeregelung an (in Österreich bei geschätzten 5.000 bis 6.000 Betrieben).

Der Anteil der familieninternen Übergaben sinkt in den deutschsprachigen Ländern seit längerer Zeit kontinuierlich und auch der stetig steigende Anteil von Frauen als Unternehmensnachfolgerinnen kann diesen Trend nicht stoppen. Ursache ist, neben der demographischen Entwicklung, vor allem ein Wertewandel, sowohl bei Inhabern, als auch den Kindern. Denn die jüngeren Generationen sehen sich zunehmend weniger in der Pflicht, das unternehmerische Erbe der Eltern anzutreten. Und auch die Unternehmer selbst möchten ihren Kindern, anders als in vergangenen Generationen üblich, immer öfter die freie Wahl über ihre berufliche Zukunft überlassen. Und diese Wahl fällt leider zunehmend gegen das eigene Familienunternehmen aus.

Findet sich dann auch im eigenen Unternehmen kein leitender Angestellter, der, fachlich geeignet und finanziell genügend ausgestattet, die Betriebsnachfolge im Rahmen eines so genannten Management Buy-Out (MBO) antreten kann, muss der Inhaber beizeiten einen externen Unternehmensnachfolger finden.

Management Buy-in (MBI) als Herausforderung für den ausscheidenden Inhaber

Für viele Unternehmer ist der Verkauf ihres Betriebes an einen Konkurrenten oder gar eine Beteiligungsgesellschaft unvorstellbar, oder zumindest die Ultima Ratio. Das Ideal bleibt fast immer der klassische Unternehmensnachfolger, der, dem bisherigen Inhaber gleich, das Unternehmen als Geschäftsführer und gleichzeitig Gesellschafter leitet. Diese Nachfolgelösung, die durch einen so genannten Management Buy in (MBI) erreicht wird, hat zahlreiche Vorteile, an erster Stelle sicherlich die Kontinuität, die sowohl von Mitarbeitern, Lieferanten, Kunden als auch den Banken hoch geschätzt wird. Aber auch volkswirtschaftlich leistet diese Form der Unternehmensübergabe einen wertvollen Beitrag, indem der klassische Mittelstand, das mittelständische Unternehmertum als Rückgrat der heimischen Wirtschaft gefördert und gesichert wird.

Der geeignete Unternehmensnachfolger: Problem bei Suche und Auswahl

Einen passenden Unternehmenskäufer zu finden ist auf den ersten Blick nicht schwer. Ist der Verkäufer bereit, an die Öffentlichkeit zu treten und Anzeigen in Unternehmensbörsen und einschlägigen Medien zum Thema Firmenkauf zu schalten, wird er bereits kurz darauf mit zahllosen Anfragen überschüttet. Die Qualität der Kaufgesuche ist oft dürftig, Konkurrenten, Träumer und qualifizierte MBI-Kandidaten sind nur schwer auseinanderzuhalten und bei häufig mehr als 100 Anfragen werden bereits die Erstgespräche schnell zu einem organisatorischen und logistischen Großprojekt.

Effektiver ist da oft der Weg der spezialisierten Berater, die diskret über ihre Netzwerke unternehmerische Führungskräfte kennen und ansprechen können. So bleibt der Kreis der über die Verkaufsabsichten informierten Personen beschränkt und die Ansprache zielgerichtet reduziert auf bereits vorqualifizierter Nachfolgekandidaten. Auch die Erstgespräche, in denen Motivation, fachliche und menschliche Eignung und Kapitalausstattung abgeklärt werden, werden so dem Unternehmer abgenommen. Nur die drei bis fünf am besten zu den Vorstellungen des Inhabers passenden potentiellen Nachfolger kommen schließlich in die zweite Runde und erhalten im weiteren Verlauf der Gespräche später Zugang zu ausgewählten Detailinformationen.

Passt der Nachfolger wirklich zum Unternehmen?

Auch ein Kandidat, der formal für den Firmenkauf optimal geeignet erscheint, muss noch lange nicht zum betreffenden Unternehmen, seiner Kultur, seinen Mitarbeitern, seinen ganz speziellen Eigenarten passen. Ein guter Berater berücksichtigt diesen wichtigen Aspekt bereits bei der Vorauswahl der Kaufkandidaten.

Denn den wirklich passenden Unternehmensnachfolger zu finden ist eine Herausforderung, die Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen verlangt. Unter der Prämisse, dass das Lebenswerk in die richtigen Hände gelangt, lautet die zentrale Frage dann nicht mehr nur „Wer ist fachlich und finanziell der geeignete Nachfolger?“, sondern: „Was für einen Chef braucht genau dieses spezielle Unternehmen?“.

Viel zu oft wird die Suche nach dem Nachfolger bereits in einem frühen Stadium zu sehr eingeengt von fachlichen „Muss-Anforderungen“. Sei es durch die Bedingung eines bestimmten Studiums, einer einschlägigen Lehre, oder langjähriger Berufserfahrung in exakt der gleichen Branche. Oft macht das auch Sinn. Aber immer sollte man sich die Fragen stellen: Wenn ich die Wahl habe, zwischen einem fachlichen Genie, der als Mensch nicht zu meinem Unternehmen passt und einem fachlich nur halbwegs passenden Nachfolgekandidaten, der intellektuell, menschlich und charakterlich der perfekte Nachfolger ist, kann ich es schaffen, dass Letzter mit einer ausreichenden Einarbeitungszeit aller Voraussicht später sicher und gut das Ruder führen wird?

Das richtige Matching für den langfristigen Erfolg der Nachfolgelösung

Die Fredelia AG hat eine MBI-Matchingtechnologie entwickelt, um sicher zu stellen, dass der gesuchte Unternehmensnachfolger möglichst perfekt zu den besonderen Anforderungen des Zielunternehmens passt. Schwerpunkte dabei sind die individuellen persönlichen und fachlichen Stärken und Schwächen des Kandidaten. Diese Methode setzt zwingend voraus, dass der abgebende Unternehmer bereit ist, gemeinsam mit dem Berater offen und vorbehaltlos seine eigene Rolle zu analysieren und zu hinterfragen. Welche seiner Stärken sind wirklich zwingend für die erfolgreiche Geschäftsführung nötig, welche Schwächen darf ein Kandidat haben, weil im Unternehmen andere Mitarbeiter diese für ihn abfangen könnten?

Was offen bleibt ist die (notwendige!) richtige Chemie zwischen Inhaber und Nachfolger. Aber die können nur diese beiden Menschen untereinander testen und erarbeiten.

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