Archiv für 7. April 2011

Fehlt deutschen Männern das Gründergen?

Von den rund 417.600 gewerblichen Existenzgründungen in 2010 (Bundesrepublik Deutschland) erfolgten, wie das IfM Bonn jetzt ermittelte, 33% durch „Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit“, Tendenz stark steigend. Addiert man noch die geschätzten 10% Deutschen mit Migrationshintergrund hinzu, kann man davon ausgehen, dass vermutlich über 43% aller Existenzgründungen in Deutschland von Unternehmern mit Migrationshintergrund stattfinden (bei 18,6% Bevölkerungsanteil).

Der Anteil der Gründungen durch Frauen insgesamt wird mit 31% angegeben. Älteren Quellen zufolge liegt der Frauenanteil der selbstständigen Ausländer mit 29% auf vergleichbarem Niveau.  Bei Unternehmerinnen scheint also die Entscheidung zur beruflichen Selbständigkeit unabhängig vom kulturellen Hintergrund zu sein, während bei deutschen Männern der Trend eher zum Angestelltentum geht.

Kaufpreisfindung dem Profi überlassen

Ein Unternehmer hat in der Regel langjährige Erfahrungswerte mit der Preisfindung seiner Produkte. Wenn er z.B. bereits unzählige Male sein Hauptprodukt für 100 EUR verkauft hat, wird er das Angebot eines Neukunden, der 70 EUR dafür bietet, lächelnd abweisen, da genügend Alternativen für 100 EUR zur Verfügung stehen. Beim Verkauf seines eigenen Unternehmens fehlen dem Inhaber im Allgemeinen diese Erfahrungswerte. Die Vorstellungen über die Höhe des Unternehmenswertes basieren oft auf idealisierten Erwartungen bezüglich nicht genau spezifizierter Wachstumschancen, die nur aufgrund des eigenen Alters nicht mehr angegangen wurden, der persönlichen Lebensplanung, oder auf Hörensagen von anderen Transaktionen. Passende Käufer werden durch einen überhöhten Wunschverkaufspreis oft abgeschreckt und der Unternehmensverkauf verzögert sich unnötig, manchmal über Jahre.

Investmentbanker und M&A-Berater dagegen können aufgrund ihrer Branchenexpertise sehr genau einschätzen, welcher Unternehmenswert aufgrund von Fundamentalkennziffern, vergleichbaren Industrietransaktionen in der Vergangenheit (Multiples), sowie der strategischen Ausrichtung potentieller Käufer (Akquisitionskriterien) derzeit ansetzbar ist.

Ein guter M&A-Consultant hat Erfahrung im Umgang mit divergierenden Preisvorstellungen und anderen unterschiedlichen Erwartungen beider Seiten, die sich als deal breaker entpuppen können.

Neben den notwendigen Optimierungen innerhalb des Betriebes empfiehlt sich daher für einen erfolgreichen Firmenverkauf

  • ein fundierter Businessplan mit realistischen Annahmen und mindestens zwei Szenarien
  • ein belastbares Wertgutachten, basierend auf einer hochwertigen Verkäufer-Due-Diligence
  • ein umfassendes Verkaufsprospekt, das in Umfang und Qualität dem Wert des Betriebes angemessen ist
  • ein M&A-Berater oder ein anderer erfahrener Mediator, der die Preisverhandlungen führt.

Ein M&A-Berater als Vermittler trägt auch dazu bei, dass das persönliche Verhältnis zwischen Käufer und Verkäufer nicht unnötig durch harte Verhandlungstaktiken belastet wird, so dass eine vertrauensvolle Einarbeitungs- bzw. Übergabezeit möglich ist.