Archiv für 30. Dezember 2010

Global expandieren über die richtigen Länder

Wie das Compliance-Magazin.de mit Datum vom 7.1.11 (sic!) berichtet, sind laut einer Studie zum globalen M&A-Markt und der M&A-Reife einzelner Länder neben den bekannt starken M&A-Ländern auf den ersten Plätzen (UK, USA, Frankreich, Japan,…) überraschend auch Länder wie Südkorea, Chile, China, Hong Kong und Malaysia unter den top 30 (von 175 untersuchten) Ländern zu finden. Betrachtet wurden neben regulatorischen, wirtschaftlichen und finanziellen Faktoren u.a. auch soziokulturelle Rahmenbedingungen. Der verwendete Cass Marc M&A Maturity Index kann Unternehmen Hinweise geben, welche Länder bevorzugt als M&A Ziel angeschaut werden sollten, um in bestimmten Regionen der Welt z.B. durch Zukäufe Fuß zu fassen.

Deutschland belegt Platz 9 auf der Weltrangliste, insbesondere Gesetze rund um den Arbeitschutz verhindern eine noch bessere Platzierung.

Anzahl der M&A Transaktionen deutscher Konzerne auf Sechs-Jahres-Hoch

Wie die FAZ heute berichtet, sind 2010 bis dato 1.274 M&A Transaktionen mit deutscher Beteiligung bekannt geworden. Zwar nur 2% mehr als im Vorjahr, aber der höchste Wert seit 2004 (1.305), ein deutliches Zeichen, dass der Übernahmemarkt sich weiter im Aufschwung befindet. Gekauft wird bei steigenden Preisen bzw. erwarteten Steigerungen und positiven Markteinschätzungen. Und die Vorstände der DAX-Konzerne greifen fleissig zu, aber auch die Zahl der ausländischen Käufer in Deutschland stieg erneut gegenüber den Vorjahren stark an.

Verkäufer sind häufig Finanzinvestoren, die einerseits wieder attraktive Kaufpreise erzielen können, andererseits vielleicht keine so positiven Markteinschätzungen haben. 2011 verspricht spannend zu werden.

Bekanntester MBO des Jahres: der Grüne Punkt (Duales System Deutschland), der von KKR an die Geschäftsleitung (mit Unterstützung einer Gruppe privater und institutioneller Investoren) verkauft wurde.

M&A-Aktivitäten im deutschen Mittelstand haussieren

Laut Statistik des Bundesverbandes Mergers & Acquisitions sind im 3. Quartal 2010 die Fusionen und Übernahmen in Deutschland sehr stark angestiegen. Der Mittelstands-M&A-Indikator MidMaX stieg das dritte Quartal in Folge und mit 372 Punkten auf den höchsten Stand seit zwei Jahren (+75% gegenüber dem 2. Quartal 2010). Das 4. Quartal 2010 dürfte -auch im Zuge des aktuellen Konjunkturaufschwunges- ebenfalls positiv werden.

Preise steigen

Wie das Magazin impulse berichtet, werden die bei M&A zu erzielenden Preise in 2011 spürbar steigen. Die auf Unternehmensbewertung spezialisierte Beratungsgesellschaft Klein & Coll sieht die Gründe dafür in den sich allmählich wieder verbessernden Kreditbedingungen für Übernahmen und der wieder erstarkten Kauflust vieler Investoren. Der Faktor, um den der Kaufpreis auf den Jahresumsatz abhebt, erhöht sich je nach Branche unterschiedlich stark, am meisten in Hightech- und Automobilbranche – Ein weiterer Indikator für die siebte M&A-Welle (wir berichteten am 08. Oktober).

Banken vorsichtiger

Der Beteiligungsmarkt in Deutschland hat sich im Zuge der Finanzkrise sichtbar verändert, wie die KfW Bankengruppe und der KfW-Stiftungslehrstuhl  für Entrepreneurial Finance an der Technischen Universität München nachweisen:  in den Jahren 2007 bis 2009 ist eine zunehmende Professionalisierung und Verlagerung des Finanzierungsschwerpunktes auf die so genannte Spätphase zu konstatieren. Diesem Trend stehen zunehmende Angebotslücken beim Beteiligungskapital in der frühen Wachstumsphase gegenüber. Gleichzeitig sanken auch die Renditeerwartungen der Kapitalgeber.

Nachfolgemanagement aus einem Guss

In der vorgestrigen Ausgabe des Handelsblatts äußert sich Brun-Hagen Hennerkes, Vorstand der Stiftung Familienunternehmen, über die typischen Probleme, die im Rahmen eines Nachfolgeprozesses auftauchen können. Vor allem die emotionale Aufladung der Situation sei ein Grund für gescheiterte Übergaben. Viele Unternehmer können nicht loslassen, weil ihr Unternehmen wie ein eigenes Kind ist und ihnen die Perspektive für die Zeit danach fehlt. Hennerkes mahnt vor allem eine strategische Herangehensweise an: Man müsse sich Jahre vorher auf die Übergabe vorbereiten und den Prozess mit den Beteiligten  Juristen und  Beratern zentral steuern.

Unternehmensnachfolge studieren

An der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin lässt sich Nachfolge systematisch studieren, und das nicht schlecht: im letzten DAPM/CHE-Rating, das die Employability, also die Berufsbefähigung von 547 Bachelor-Studiengängen bewertet, hat der Studiengang unter den besten 10 abgeschnitten. Der Studiengang verfolgt als Ziel, eine selbständige Tätigkeit und Umsetzung zukunftsträchtiger Geschäftsideen professionell umzusetzen. Das Studium ist als Abendstudium konzipiert. Die Teilnehmer können so das Gelernte mit der wissenschaftlichen Ausbildung verbinden. Die Abschlussarbeit besteht in der Ausführung des persönlichen Gründungs- oder Übernahmeprojektes. An dieser Stelle ist der Übergang von der Hochschule in die Selbständigkeit gewährleistet.

Frauen auf dem Vormarsch

Unternehmerinnen gewinnen deutlich an Bedeutung im deutschen Wirtschaftsleben. Wie das Bonner Institut für Mittelstandsforschung in einer Analyse herausgearbeitet hat, ist die Selbstständigenquote der Männer mit 13,8 Prozent zwar fast doppelt so hoch wie die der Frauen mit 7,4 Prozent, doch legte die Gruppe der selbstständigen Frauen im Zeitraum von 1991 bis 2009 mit 68,1 Prozent deutlich stärker zu als die Gruppe der Männer mit 28,7  Prozent. In absoluten Zahlen ausgedrückt waren 2009 1,3 Mio. Frauen in Deutschland selbständig; hochgerechnet bedeutet das, dass bei gleichbleibender Entwicklung gegen Mitte des Jahrhunderts die Frauen die Männer als Unternehmer überflügelt haben werden.