Alternative Geldquellen, die Zweite

Deutschland ist und bleibt ein Förder-Wunderland. Wie die KfW in Ihrem Gründungsmonitor 2010 berichtet, klagten 2009 nur zehn Prozent aller Existenzgründer über Finanzierungsschwierigkeiten, was einen bedeutenden Rückgang gegenüber dem Vorjahreswert darstellt. Relativiert wird diese frohe Kunde allerdings durch die Tatsache, dass gerade unter denjenigen, die externe Geldquellen anzapfen müssen, Schwierigkeiten zu verzeichnen sind (23 Prozent). Auch werden diejenigen, die aufgrund dieser Schwierigkeiten ex ante ihr Gründungsvorhaben wieder aufgegeben haben, gar nicht erst erfasst. Von 872.000 Personen, die sich 2009 selbstständig gemacht haben, haben 69 Prozent neu gegründet, 13 Prozent Unternehmen übernommen und 18 Prozent Beteiligungen gekauft. Zwischen einem Fünftel und einem Viertel der Gründer scheidet nach spätestens drei Jahren aus dem Markt aus. Gründer mit einem Finanzmitteleinsatz von über EUR 10.000 bleiben eindeutig länger am Markt – im Klartext heißt das, dass vor allem Gründer aus der Not der Arbeitslosigkeit heraus häufig schnell gegen die Wand rennen.

63 Prozent finanzieren sich selbst, 37 Prozent greifen auf externe Kapitalgeber zurück. Von letzteren finanzieren sich 51 Prozent durch langfristige Bankkredite, 34 Prozent reizen ihren Dispositionskredit voll aus, nur 29 Prozent beziehen (zinsgünstige!) Förderkredite.

Kein Gründer sollte zu schnell wieder aufgeben: Nehmen Sie den teils aufwändigen Antragsprozess für Fördermittel wie die Exist-Gründerstipendien auf sich, wenn Sie aus der Hochschule heraus gründen wollen: 2.000 Euro im Monat sowie weitere Zuschüsse etwa für Coachings versprechen Sicherheit. Knüpfen Sie Kontakte zu Business Angels – aber seien Sie hier vorsichtig: Einige der vermeintlichen Engel entpuppen sich als primär am eigenen Profit und nicht an Ihnen interessiert. Schließlich sollten Sie Ihre Ideen auch Risikokapitalgebern (Venture Capital Gesellschaften) präsentieren. Diese sind vorsichtiger geworden und spielen lange nicht die Rolle wie in den USA, erkennen aber teilweise das wirkliche Potential vermeintlich verrückter Ideen.

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