Archiv für 26. November 2010

Finanzierungsturbo: Bürgschaftsbanken geben mehr Zusagen

Fehlende Sicherheiten sind ein häufiger Knackpunkt bei der Finanzierung von Unternehmensnachfolgen. Die Bürgschaftsbanken in Deutschland haben in den ersten zehn Monaten des Jahres 6.600 Unternehmen mit Bürgschaftszusagen unter die Arme gegriffen (davon 2.500 Existenzgründungen), erfreuliche +14% gegenüber dem Vorjahr.

Fallstricke in Finanzierungsverträgen

Viele Investoren kämpfen in härteren Zeiten auch mit härteren Bandagen, wie wir in einigen der letzten Beiträge bereits deutlich gemacht haben.

Während ein Gründer oder ein Nachfolger sich voll auf seine Geschäftsidee und das Kerngeschäft konzentriert, fehlt ihm häufig die Zeit, sich intensiv mit den teils heimtückischen Klauseln in manchen Verträgen zu beschäftigen. Hier empfehlen wir Ihnen den VC Deal Term Report (2010) der Münchener Sozietät MLaw, der aufdeckt, was sich hinter Schlagwörtern wie Founder Vesting, Liquidationspräferenz und Verwässerungsschutz verbirgt.

Nachfolge in Rheinland-Pfalz

Sicher interessant ist diese Informationsseite des Mainzer Wirtschaftsministeriums. Sie gibt Aufschluss über Fördermöglichkeiten aus Landesmitteln von Rheinland-Pfalz, mehrere gut gestaltete Broschüren zum Download und Ansprechpartner.

PR-Tipps für Gründer und Übernehmer

Eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge ist ein guter Anlass für die erste Pressemitteilung des neuen Inhabers. Hier ein paar brauchbare Tipps für deren Gestaltung in Wort und Bild. eine der häufigsten Maßnahmen von Unternehmensnachfolgern ist die Verstärkung des Marketings.

Damit das “neue Marketing” in Einklang mit der bisherigen Firmenphilosophie und Markenwahrnehmung der Kunden steht, aber dennoch die neuen Inhalte richtig transportiert werden, empfiehlt sich das Einschalten einer professionellen PR-Agentur, oder eines Freelance-PR-Beraters.

Venture Capital – Nur wie?

Viele Gründer mit ehrgeizigen Expansionsplänen werden relativ früh auf Wagniskapital als Finanzierungsoption stoßen. Venture Capital Gesellschaften sind jedoch keine Zockerclubs, sondern zeichnen sich durch gewissenhafte Prüfung und Analyse der eingereichten Vorschläge aus.

Das A und O ist der wenn möglich schon vorher etablierte persönliche Kontakt zwischen beiden Parteien. Auch der beste Business Plan überzeugt nicht so sehr wie eine mitreißende Unternehmergestalt. Darüber hinaus müssen Sie jedoch mit einem professionellen, realistisch-ehrgeizigen Business-Plan überzeugen, sich einer gewissenhaften Due Diligence unterziehen, sollten klug die Beteiligungsbedingungen in einem Term Sheet verhandeln und dann, an- und abschließend die Verträge unterzeichnen. Kontinuierliche Kommunikation ist unverzichtbar: sollte sich ein erster Auftrag durch Kunden abzeichnen, vergessen Sie nicht, dies den Kapitalgebern mitzuteilen – es könnte der letzte nötige Impuls sein.

Alternative Geldquellen, die Zweite

Deutschland ist und bleibt ein Förder-Wunderland. Wie die KfW in Ihrem Gründungsmonitor 2010 berichtet, klagten 2009 nur zehn Prozent aller Existenzgründer über Finanzierungsschwierigkeiten, was einen bedeutenden Rückgang gegenüber dem Vorjahreswert darstellt. Relativiert wird diese frohe Kunde allerdings durch die Tatsache, dass gerade unter denjenigen, die externe Geldquellen anzapfen müssen, Schwierigkeiten zu verzeichnen sind (23 Prozent). Auch werden diejenigen, die aufgrund dieser Schwierigkeiten ex ante ihr Gründungsvorhaben wieder aufgegeben haben, gar nicht erst erfasst. Von 872.000 Personen, die sich 2009 selbstständig gemacht haben, haben 69 Prozent neu gegründet, 13 Prozent Unternehmen übernommen und 18 Prozent Beteiligungen gekauft. Zwischen einem Fünftel und einem Viertel der Gründer scheidet nach spätestens drei Jahren aus dem Markt aus. Gründer mit einem Finanzmitteleinsatz von über EUR 10.000 bleiben eindeutig länger am Markt – im Klartext heißt das, dass vor allem Gründer aus der Not der Arbeitslosigkeit heraus häufig schnell gegen die Wand rennen.

63 Prozent finanzieren sich selbst, 37 Prozent greifen auf externe Kapitalgeber zurück. Von letzteren finanzieren sich 51 Prozent durch langfristige Bankkredite, 34 Prozent reizen ihren Dispositionskredit voll aus, nur 29 Prozent beziehen (zinsgünstige!) Förderkredite.

Kein Gründer sollte zu schnell wieder aufgeben: Nehmen Sie den teils aufwändigen Antragsprozess für Fördermittel wie die Exist-Gründerstipendien auf sich, wenn Sie aus der Hochschule heraus gründen wollen: 2.000 Euro im Monat sowie weitere Zuschüsse etwa für Coachings versprechen Sicherheit. Knüpfen Sie Kontakte zu Business Angels – aber seien Sie hier vorsichtig: Einige der vermeintlichen Engel entpuppen sich als primär am eigenen Profit und nicht an Ihnen interessiert. Schließlich sollten Sie Ihre Ideen auch Risikokapitalgebern (Venture Capital Gesellschaften) präsentieren. Diese sind vorsichtiger geworden und spielen lange nicht die Rolle wie in den USA, erkennen aber teilweise das wirkliche Potential vermeintlich verrückter Ideen.