Archiv für 28. Oktober 2010

Nachfolger händeringend gesucht

In vielen deutschen Familienbetrieben gestaltet sich die Suche nach einem neuen Chef immer schwieriger. Mehr als jeder dritte Unternehmer habe große Probleme, passende Nachfolger zu finden, teilte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) mit.

“Damit sind beim Betriebsübergang jedes Jahr 50.000 Arbeitsplätze gefährdet”, so DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann. Denn der Generationswechsel im Mittelstand ist ein neuralgischer Punkt im Unternehmerleben. Ohne Nachfolger geht es irgendwann einfach nicht weiter. Hinzu kommt als nicht zu unterschätzendes Problem, dass viele ältere Unternehmer ihre Nachfolge zu spät vorbereiten. Der Präsident des DIHK  sieht die demografische Entwicklung als eine weiteres gravierendes Problem beim Wechsel, denn die Zahl der potenziellen jüngeren Unternehmer  geht zurück.

Der Link zur entsprechenden Quelle (Studie Unternehmensnachfolge 2010) ist in einem der letzten Beiträge zu finden.

Alternative Finanzierungen

Auch wenn ein Kredit über das Internet sicher nicht jedermanns Sache ist: Zumindest in Notlagen kann ein online vermittelter Kredit von Privatpersonen auch für Unternehmer eine Lösung sein. Portale wie “Smava” oder “Auxmoney” bieten einen Marktplatz für private Investoren und private sowie gewerbliche Kreditnehmer. Nach einer Bonitätsprüfung (Smava) oder sogar ohne (Auxmoney)  fließt rasch Geld, wobei dann bei der Dimension gewerblicher Kredite das Geld und auch das Ausfallrisiko unter mehreren Anlegern gepoolt wird. Wenn ein mittelständischer Unternehmer von seiner Hausbank nur noch Ablehnung erfährt, kann er hier mitunter einen Schritt weiter kommen.

Wussten Sie, dass auch Versicherer finanzieren? Gerade bei langfristigen Verträgen kann das eine echte Alternative zu Ihrer Hausbank sein, gerade weil diese im Zuge von Basel III größere Rücklagen bilden muss und ergo knauserig werden wird. Versicherer bieten auch Schuldscheindarlehen an, gerade für kleinere Marktteilnehmer eine mögliche Lösung.

Ab einer Bilanzsumme im unteren zweistelligen Millionenbereich können Anleihen ein probates Mittel sein, sich Liquidität zu verschaffen.

Wer die Mitsprache von Risikokapitalgebern scheut, und gleichzeitig keine Angst hat, seine Bücher offen zu legen (und das Emissionsvolumen an die 100 Mio. EUR heranreicht), sollte einen professionell begleiteten Börsengang in Betracht ziehen.

Weitere Möglichkeiten im Stichwortformat sind die Einbindung von treuen und guten Kunden als stille Teilhaber, was die Eigenkapitalquote erhöht, sowie Vorfinanzierungen durch Dienstleister wie etwa “WCF Finetrading”.

Finanzierung bleibt wichtigster Hemmschuh für Nachfolger

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag präsentiert in seiner aktuellen Studie zur Unternehmensnachfolge (edit: Quelldokument leider inzwischen vom Server des DIHK gelöscht) einige aufschlussreiche Zahlen: 59 Prozent der Existenzgründer, die Unternehmen kaufen wollen, haben Finanzierungsprobleme – zehn Prozent
mehr als im Vorjahr. Eine Unternehmensnachfolge sei eine hoch komplexe Transaktion und in der Regel durch ein hohes Finanzierungsvolumen gekennzeichnet. Zwar sei etwas als Sicherheit vorhanden (Anlagen, Patente etc.), doch müssten die Finanzierungsgeber mit der unbekannten Größe des neuen Unternehmers rechnen. Die Banken sind vorsichtiger geworden. Hier ergibt sich aber für jeden potentiellen Nachfolger die Chance, mit einem überzeugenden Business Plan zu punkten.
Weitere interessante Punkte, die in der Studie behandelt werden, sind der erhöhte Beratungsbedarf, die häufig überzogenen Preisvorstellungen der Eigentümer sowie der Aufruf an die politischen Entscheidungsträger, eine Novelle des Erbschaftsrechts einzubringen (Die Steuer ist ein weiteres wichtiges Hindernis im Übergabeprozess), ebenso wie die Informationspflichten gegenüber Arbeitnehmern und deren Widerspruchsrecht. Auch hier werden Anpassungen angemahnt.

Der Chefsessel ist kein goldener Thron

Viele Unternehmer geben die Geschäft in den ersten Jahren wieder auf, weil sie ein unrealistisch hohes Gehalt erwartet haben, so das Ergebnis einer Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) an der Universität Mannheim. Ganze 40 Prozent der geschlossenen Unternehmen haben aufgrund der freiwilligen Entscheidung ihrer Unternehmer den Geschäftsbetrieb aufgegeben, nur 15 Prozent sind in die Insolvenz geraten.

Erst danach folgen Gründe wie Stress und Überlastung. Die Studie mit dem Titel “Ursachen für das Scheitern junger Unternehmen in den ersten fünf Jahren ihres Bestehens” kann für Jungunternehmer ein hervorragendes Werkzeug sein, sich gewisser Risiken bewusst zu werden.

Finanzierungen wieder einfacher

Einer brandneuen Studie (edit: Quelldokument leider inzwischen vom Server des DIHK gelöscht) des Deutschen Industrie- und Handelskammertages zufolge hat sich die Versorgung mit Kreditmitteln für viele Unternehmen im Zuge der angesprungenen Konjunktur deutlich verbessert.

Zwar berichten noch immer 12 Prozent der befragten Unternehmen von verbesserten Kreditbedingungen und 16 Prozent von verschlechterten, doch hat sich damit der Saldo von minus 13 Punkten vor vier Monaten auf jetzt minus vier Punkte verbessert.

Während gut aufgestellte mittelständische Betriebe mittlerweile förmlich von Bankern belagert werden, haben ostdeutsche und kleinere Unternehmen weiter zu kämpfen, um neue Anlagen oder einen Zukauf von Firmen finanzieren zu können.

Der DIHK weist auf anstehende strukturelle Veränderungen der Finanzierungsregulierungen hin und beobachtet die Situation weiter.

Besseres Geschäftsklima in Berlin

Die Berliner Wirtschaft schüttelt die Krise der vergangenen Monate ab und wird optimistischer, so das Ergebnis der diesjährigen gemeinsamen Herbst-Konjunkturumfrage von IHK Berlin und Handwerkskammer Berlin, an der sich insgesamt rund 4360 Betriebe beteiligt haben. Zum zweiten Mal in Folge verbesserte sich der Konjunkturklimaindex – der die gegenwärtige Geschäftslage und die Erwartungen abbildet –  diesmal um neun auf  123 Punkte. Das ist der drittbeste Herbst-Wert seit 2000 und 23 Punkte besser als vor einem Jahr. Dabei hat sich die Stimmung in fast allen Branchen aufgehellt.

39 Prozent der Berliner Unternehmen schätzen Ihre Geschäftslage als gut, 52 Prozent als befriedigend ein. Nur neun Prozent bezeichnen die jetzige Situation als schlecht, womit die Berliner Unternehmen bereits jetzt wieder das Vor-Krisenniveau erreicht haben. Insbesondere Gastgewerbe, Dienstleistungssektor sowie das Handwerk profitieren vom Aufschwung.

Ab auf’s Surfbrett: Die siebte M&A-Welle rollt heran

Das Jahr 2010 wird geprägt von branchenübergreifen gesteigerten Übernahmeaktivitäten zwischen den großen Marktteilnehmern. Allein im August wurden Transaktionen von über 200 Mrd. Euro durchgeführt – soviel wie in keinem anderen Monat seit vier Jahren. Hierbei werden die vielen kleinen Transaktionen auf der Ebene der mittelständischen Familienunternehmen noch nicht einmal erfasst. 2007 war der Scheitelpunkt der sechsten Welle mit Transaktionsvolumina von über 4 Billionen Euro. Hier wird im Vergleich deutlich, dass eine neue Welle gerade erst im Entstehen begriffen ist und der Herdeneffekt (Unternehmen beobachten die Konkurrenz genau und ziehen nach, wenn der Wettbewerber vorlegt) für weitere groß dimensionierte Käufe sorgen sollte.

Unternehmensnachfolge möglichst rasch regeln

Einer aktuelle Studie des IfM Bonn und der KfW belegt erstmals empirisch einen „Investitionsstau“ in Unternehmen. Viele Eigentümer konzentrieren sich auf die Suche nach einem Nachfolger und investieren kaum noch, passen dabei aber nicht die Beschäftigung an, was schlussendlich zu einer schlechteren Ertragslage und damit wiederum Komplikationen im Verkaufsprozess führen kann. Zwar handelt der Unternehmer auf den ersten Blick rational (er kann sich nicht sicher sein, seine Investitionen kaufpreissteigernd geltend zu machen), riskiert aber das Unternehmen als Ganzes.

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