M&A Markt 2012 startet verhalten

Ungeachtet der Geldschwemme der Europäischen Zentralbank ist die Anzahl der M&A-Transaktionen in Westeuropa nach Angaben des Bureau Van Dijk im Februar mit knapp 1.013 Deals auf den tiefsten Stand seit über einem Jahr gefallen (Januar: 1.549), nur der 20 Mrd.-EUR-Kauf von Xstrata durch Glencore rettete das Dealvolumen mit rund 42 Mrd. EUR von einem ebenfalls deutlichen Tiefststand (die zweitgrößte Transaktion, HSBC Holdings plc., hatte ein Volumen von 2 Mrd. EUR). Damit entwickelt sich der M&A-Markt 2012 wie von den führenden Investmenthäusern Ende 2011 prognostiziert verhalten. Besserung wird erst ab der zweiten Jahreshälfte 2012 erwartet.
Größter deutscher M&A-Deal war die vollständige Übernahme der LBBW Immobilien GmbH durch die PATRIZIA Immobilien AG (1,4 Mrd. EUR), mit 84 Übernahmen lag Deutschland erneut hinter Großbritannien (401 Deals) auf dem zweiten Platz der attraktivsten M&A-Zielländer Europas.
Auch die Private Equity Investitionen in Westeuropa setzen derzeit (in Anzahl und Volumen) ihre langmonatige Talfahrt  fort.
Nichtsdestotrotz erwarten US-amerikanische Führungskräfte laut einer Umfrage von KPMG aufgrund hoher Bargeldbestände und niedriger Zinsen steigende M&A-Volumina für 2012, Europa wird hier als drittwichtigste Zielregion nach den USA und China angesehen. In der gleichen Umfrage erwarten zwei Drittel der Teilnehmer allerdings eine Erholung der Konjunktur nicht vor Ende 2013.

Quellen:
Bureau van Dijk, Forbes, Marketwatch, People and Deals (1,2)

Kostenlose Juristische Beratung

Im Rahmen einer Kooperation bietet die IHK Rhein-Neckar zusammen mit den lokalen Anwaltsvereinen in Mannheim, Heidelberg und Mosbach eine kostenlose Beratung zu rechtlichen Aspekten rund um Unternehmensnachfolgen an. Die einstündigen Einzelberatungen (!) mit örtlichen Rechtsanwälten können von potentiellen Unternehmensnachfolgern, als auch Firmeninhabern in Anspruch genommen werden. Das Angebot wird derzeit pro Standort rund sechsmal im Jahr offeriert, um Anmeldung wird gebeten. Weitere Informationen und Termine im IHK-pdf.

Unternehmensnachfolger sucht Unternehmen in Berlin

Für einen langjährig erfahrenen Geschäftsführer (Dipl.-Ing.) suchen wir einen gesunden Berliner Betrieb für eine klassische Nachfolgelösung im Rahmen eines Management Buy-ins. Altersnachfolge bevorzugt.

Unser MBI-Kandidat wünscht sich möglichst ein alteingesessenes Unternehmen als Unternehmensnachfolger zu übernehmen, für das aus Altersgründen des Inhabers ein Nachfolger gesucht wird. Angestrebt wird eine vollständige Übernahme oder Mehrheitsbeteiligung mit mindestens dreimonatiger Einarbeitungszeit, andere Übernahmevarianten sind jedoch denkbar; auch ein kurzfristiger Unternehmenskauf wäre gegebenenfalls möglich.

Suchprofil: Umsatz 5-50 Mio. EUR, ca. 30-150 Mitarbeiter. Bevorzugte Branchen: Maschinenbau, Produktion, Beratung, Gesundheitswesen.

Region: Berlin und unmittelbar angrenzende Bezirke (Potsdam, Teltow, Schönefeld, Falkensee, Oranienburg, Bernau, Ahrensfelde, Strausberg).

Weitere Details zur gesuchten Unternehmensnachfolge und zum Fähigkeitenprofil des Nachfolgekandidaten entnehmen Sie bitte dem entsprechenden Unternehmenskauf-Profil.

Für eine erste, unverbindliche Kontaktaufnahme wenden Sie sich bitte vertraulich an die Fredelia-AG-Unternehmensnachfolgen, die exklusiv mit der Firmensuche beauftragt wurde und den Käufer bei der Übernahme berät:

Kontakt Unternehmensverkauf, Ref. K1211

Aktuelle Trends auf den M&A-Märkten

Der M&A-Markt in Deutschland bleibt vorerst auf festem Boden, aber ohne Phantasie. Einer kürzlich veröffentlichten Pressemitteilung des ZEW zufolge bewegt sich der ZEW-ZEPHYR M&A-Index nach wie vor zwischen 40 und 60 Punkten (Basiswert im Jahr 2000 = 100 Punkte) (eine exaktere Angabe zum aktuellen Stand des Indexwertes wurde vom ZEW nicht veröffentlicht). Negative Einflüsse wie die Schuldenkrise, die Aktienmarktentwicklung des ersten Halbjahres 2011 (als Indikator für negative Erwartungen auch preisrelevant für kleinere M&A Transaktionen), sowie – angesichts absehbarer steigender Eigenkapitalanforderungen – die aktuelle Kreditvergabepolitik zahlreicher Kreditinstitute lassen den Ausblick für Fusionen und Übernahmen mindestens bis zur Mitte des Jahres 2012 als “verhalten” einschätzen.

Der M&A-Markt z.B. in Brasilien eilt derzeit dafür von Höhepunkt zu Höhepunkt, wohingegen der mittlere Osten stark schwächelt: Auf Jahresbasis fiel dort die von ZEPHYR ermittelte Anzahl der M&A-Transaktionen um dramatische 86% auf 19.

Weltweit gingen am M&A-Markt in den ersten neun Monaten 2011 laut Allen & Overy M&A Index zwar die inländischen Transaktionen zurück (von 900 auf 853), gleichzeitig stieg jedoch die Zahl der Cross-Border Deals (von 802 auf 894).

Die USA bleiben nach wie vor der größte Akquisiteur auf dem internationalen Markt, China und Japan rücken jedoch kontinuierlich mit großen Steigerungsraten weiter heran. Allein in Europa kauften chinesische Unternehmen seit Anfang dieses Jahres bereits 64 Unternehmen, gegenüber 47 Transaktionen im gesamten Jahr 2010. Platz 1 der chinesischen Zielländer: Deutschland mit 14 abgeschlossenen Übernahmen.

Unternehmenskäufer unterschätzen die HR-Integration

Mergers & Acquisitions-Projekte entstehen meist auf dem Papier. Synergien, Marktanteile, Kosteneinsparungen versprechen beschleunigtes Wachstum oder überdurchschnittlichen Ertrag. Doch viel zu oft endet der erfolgreiche Teil der Übernahme mit der Unterschrift unter dem Kaufvertrag.  Integrationsstrategien, die erst den Erfolg einer Post Merger Integration (PMI) und das Erreichen der vorher angestrebten Ziele sichern sollen, werden allzu oft vergessen, oder zumindest vernachlässigt.

Dies zeigt erneut eine Studie von Steria-Mummert: Kaum die Hälfte aller befragten Unternehmen waren mit der Umsetzung ihrer Übernahme- oder Demerger-Strategien zufrieden. Im Einzelnen bezeichneten z.B. nur 19% die Umsetzung der IT-Integration als „sehr gut“. Während „IT“ aber von 70% der Befragten als sehr wichtig für die Integration angesehen wurde, landete „Personal“ auf dem letzten Platz im Ranking: Der Faktor Mensch scheint weder vor, noch nach einer Übernahme eine größere Rolle zu spielen.

Trotz aller möglichen Patente, Wissensmanagementsysteme  und Kundenkarteien: Das Know-How einer Firma existiert zu 95% in den Köpfen der Mitarbeiter. Wer bei einem Unternehmenskauf diesen Faktor leichtfertig vernachlässigt, riskiert eine vermeidbare Wertevernichtung im großen Stil.

Unternehmensnachfolgerinnen

Als Nachfolgerinnen kommen Frauen oft unerwartet in die Führungsrolle eines Betriebes. Innerhalb der Unternehmerfamilien werden Söhne offensichtlich immer noch bevorzugt, Töchter trauen sich weniger zu oder ihnen wird weniger zugetraut. An der Qualifikation der Frauen liegt es (zumindest statistisch) nicht. In einem Artikel berichtet das Magazin Berlin Maximal jetzt über Frauen als abgebende Unternehmerinnen. Fazit: Frauen können besser loslassen als Männer. Und: Frauen geben eher geschlechtsunabhängig ab.

In Deutschland ist die Quote der Unternehmer unter Männern immer noch fast doppelt so hoch wie die der Frauen, auch wenn die Gruppe der selbständigen Frauen schneller wächst. Speziell beim Thema Unternehmensnachfolge ist Österreich in puncto Gleichberechtigung der Geschlechter Deutschland ja bereits deutlich voraus.

Zumindest zu einem Teil scheint das Ungleichgewicht auch an der Art des Unternehmens zu liegen. Auf die Ausschreibung einer zur Übernahme stehenden Hausverwaltung meldeten sich bei der Nachfolgebörse der Fredelia AG zu über 80% Frauen als Kaufinteressentinnen. Für einen Maschinenbaubetrieb keine einzige.

M&A-Deals brauchen mehr HR-Input

Die Integration zweier Unternehmen nach einer Fusion oder Übernahme stellt gerade die HR-Abteilungen vor größte Herausforderungen. Zu der häufigsten Ursache für das ökonomische Scheitern von M&A-Transaktionen zählt, neben den unterschätzten Kosten der IT-Integration, der Fachkräfte-Brain-Drain bzw. die Friktionsverluste durch das unprofessionelle Verschmelzen der verschiedenen Unternehmenskulturen. Der Zwang, den informierten Personenkreis klein zu halten, hat seinen Preis. Oft werden selbst die beiden HR-Chefs erst zum Abschluss der Verhandlungen eingeweiht. Und das ist viel zu spät, wie Steve Allan (Towers Watson) ausführt: “HR directors are not involved enough in M&A. They are brought in late – and in a lot of cases wouldn’t be remotely aware of the target identification process around M&A.” [HR Magazine, 01.08.2011]. Angst vor drohendem Machtverlust, Kündigung und die (vermeintliche) Zerstörung von Karriereplänen treffen die Mitarbeiter beider Unternehmen am Tag der Verkündung der Übernahme unerwartet. Im weiteren Verlauf verlieren viele ihre Motivation durch die fehlende Identifikation mit „ihrem“ Unternehmen. Die Personalchefs müssen deshalb bereits früh in die Vorbereitung der Übernahme integriert werden. Ein HR-Integrationsplan  ist so individuell wie jedes Unternehmen auf der Welt. Und sollte entsprechend vorbereitet werden. Denn der Erfolg jedes Unternehmens hängt von seinen Mitarbeitern ab.

Firmenkäufer schauen genauer hin

Die M&A Aktivitäten deutscher Unternehmen sind seit Jahresbeginn gestiegen, so das Ergebnis des aktuellen M&A Panels von CMS/FINANCE. Unternehmen im deutschsprachigen Raum sind verstärkt auf der Suche nach Wachstumschancen und sehen bereits einen schärferen Wettbewerb um interessante Übernahmeziele. Häufiger noch als im Februar allerdings scheiterten Übernahmeaktivitäten daran, dass die für die Akquisition avisierten Unternehmen sich bei näherer Analyse als nicht attraktiv genug herausstellten. Substanz zählt letztlich immer noch am meisten.

 

Fehlt deutschen Männern das Gründergen?

Von den rund 417.600 gewerblichen Existenzgründungen in 2010 (Bundesrepublik Deutschland) erfolgten, wie das IfM Bonn jetzt ermittelte, 33% durch “Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit”, Tendenz stark steigend. Addiert man noch die geschätzten 10% Deutschen mit Migrationshintergrund hinzu, kann man davon ausgehen, dass vermutlich über 43% aller Existenzgründungen in Deutschland von Unternehmern mit Migrationshintergrund stattfinden (bei 18,6% Bevölkerungsanteil).

Der Anteil der Gründungen durch Frauen insgesamt wird mit 31% angegeben. Älteren Quellen zufolge liegt der Frauenanteil der selbstständigen Ausländer mit 29% auf vergleichbarem Niveau.  Bei Unternehmerinnen scheint also die Entscheidung zur beruflichen Selbständigkeit unabhängig vom kulturellen Hintergrund zu sein, während bei deutschen Männern der Trend eher zum Angestelltentum geht.

Kaufpreisfindung dem Profi überlassen

Ein Unternehmer hat in der Regel langjährige Erfahrungswerte mit der Preisfindung seiner Produkte. Wenn er z.B. bereits unzählige Male sein Hauptprodukt für 100 EUR verkauft hat, wird er das Angebot eines Neukunden, der 70 EUR dafür bietet, lächelnd abweisen, da genügend Alternativen für 100 EUR zur Verfügung stehen. Beim Verkauf seines eigenen Unternehmens fehlen dem Inhaber im Allgemeinen diese Erfahrungswerte. Die Vorstellungen über die Höhe des Unternehmenswertes basieren oft auf idealisierten Erwartungen bezüglich nicht genau spezifizierter Wachstumschancen, die nur aufgrund des eigenen Alters nicht mehr angegangen wurden, der persönlichen Lebensplanung, oder auf Hörensagen von anderen Transaktionen. Passende Käufer werden durch einen überhöhten Wunschverkaufspreis oft abgeschreckt und der Unternehmensverkauf verzögert sich unnötig, manchmal über Jahre.

Investment Banker dagegen können aufgrund ihrer Branchenexpertise sehr genau einschätzen, welcher Unternehmenswert aufgrund von Fundamentalkennziffern, vergleichbaren Industrietransaktionen in der Vergangenheit (Multiples), sowie der strategischen Ausrichtung potentieller Käufer (Akquisitionskriterien) derzeit ansetzbar ist.

Ein guter M&A-Consultant hat Erfahrung im Umgang mit divergierenden Preisvorstellungen und anderen unterschiedlichen Erwartungen beider Seiten, die sich als deal breaker entpuppen können.

Neben den notwendigen Optimierungen innerhalb des Betriebes empfiehlt sich daher für einen erfolgreichen Firmenverkauf

  • ein fundierter Businessplan mit realistischen Annahmen und mindestens zwei Szenarien
  • ein belastbares Wertgutachten, basierend auf einer hochwertigen Verkäufer-Due-Diligence
  • ein umfassendes Verkaufsprospekt, das in Umfang und Qualität dem Wert des Betriebes angemessen ist
  • ein M&A-Berater oder ein anderer erfahrener Mediator, der die Preisverhandlungen führt.

Ein M&A-Berater als Vermittler trägt auch dazu bei, dass das persönliche Verhältnis zwischen Käufer und Verkäufer nicht unnötig durch harte Verhandlungstaktiken belastet wird, so dass eine vertrauensvolle Einarbeitungs- bzw. Übergabezeit möglich ist.

Get Adobe Flash playerPlugin by wpburn.com wordpress themes